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Dieses Mal gibt es ein so richtig gemischtes Special, wir hätten euch da drei Sampler vorzustellen, allesamt elektronisch und doch recht unterschiedlich in der Ausrichtung, mal regelrecht (electro-)poppig, mal extrem clubtauglich und mal eher entspannt. Lasst euch überraschen!

Okay, wir geben es zu, wir legen gleich mit unserem eindeutigen Favoriten los. Als Jennifer Cardini (Musikerin, DJ, Remixerin, Produzentin, aus Paris stammend, in Köln aktiv) vor einer ganzen Weile unter anhaltender Schlaflosigkeit litt, kam sie auf die Idee, mal eben ein eigenes Label zu starten – und nachdem sich dort zwischenzeitlich so einige Künstler angesammelt haben, gibt es jetzt den ersten Sampler, die „Correspondant Compilation 01“.

Und die ist echt mal ’ne Wucht in Tüten, nee, auf CD (oder Vinyl oder auf MP3, ganz, wie es beliebt)! Auf dem Tonträger versammeln sich 13 Tracks (physisch, digital gibt’s noch zwei mehr), die ganz viel Pop in die Welt des Electro atmen und eine schön ausgewogene Mischung zwischen House, Techno, Acid und sogar dem guten alten Electroclash finden. Gleich mit sicherlich nicht so vertrauten Namen wie Jimi After und Darabi werden die ersten Treffer gelandet, Cora Novoa verbreitet elektronische Eleganz, Pulp Disco & The Outcasts erfreuen mit Retro-Synthiesounds, Javi Redondo lässt einen guten, alten Wave-Bass brummeln.

Dazu melden sich auch gestandene Namen mit neuen Stücken zu Wort: The Hacker zeigt auf dem kinotauglichen „Enter“, dass er es noch drauf hat, Daniel Maloso (tolles Album 2012!) lässt mit dem hier zweimal vertretenen Philipp Gorbachev die Vampire die Tanzfläche stürmen – und ganz zum Schluss versprüht Jennifer Cardini noch selbst ihr „Venom“ und zeigt ihre Klasse. Apropos Klasse: Eindeutiger Kauftipp!

www.facebook.com/Correspondant.records



Mit Ruede Hagelstein hat ein regelmäßiger Gast des Hauses die Aufgabe und Ehre bekommen, für die Folge „Watergate 13“ der beliebten Compilationreihe der Berliner Clubinstitution zu sorgen. Und er hat die Silberscheibe mit einem 25-Track-Mix fast randvoll gepackt.

Dabei legt Hagelstein, wie das nur die guten DJs beherrschen, nicht unbedingt Wert darauf, gleich mit den Hits die Tür zum Tanzkeller zu sprengen, sondern konzentriert sich auf den passenden Flow. Sanft mit Prins Thomas‘ „Symfonisk Utviklingshemming“ (Gesundheit!) starten, das Tempo leicht anziehen, mit dem ersten eigenen Track „A.R.G.O.“ (feat. Emerson Todd), gefolgt von Amine Edges „Yeah“ leichte Höhepunkte setzen, zwischendurch wieder Luft ranlassen, dann aber mit „Phreaky MF“ von Mike Dunn einen Floorfiller platzieren, mit Losoul („Open Door“) und Aartekt nachlegen, durch ein melodisches Stück (Lower Dens‘ „Candy“ im Steve Moore Remix) Atmosphäre ergänzen, den zweiten Eigenbeitrag („Up The River“) nachschieben und hintenheraus noch mit großen Namen (Henrik Schwarz mit „Take Words In Return“ im Remix von Carl Craig, sowie M83 mit „Where The Boats Go“ als Outro) auftrumpfen.

Das macht was her, ist natürlich als Set bestens aufleg- und dazu äußerst tanzbar, fließt aber bei Bedarf auch entspannt nebenher.

www.facebook.com/RuedeHagelstein



Alex Barck ist sowohl Gründer des Labels Sonar Kollektiv als auch Mitglied bei Jazzanova. Vor fünf Jahren gründete er die Reihe „Based On Misunderstandings“, um dort immer mal wieder zusammenzutragen, was er bei seinen DJ-Sets so findet und auflegt. Es erschienen mehrere Maxis und eine Download-Compilation, dazu gab und gibt es im Berliner Watergate eine entsprechende Clubnacht – nun war es Zeit für den ersten ausfühlichen Sampler „Based On Misunderstandings Vol. 1“.

Worum es bei den Missverständnissen geht, ist nicht unbedingt eindeutig. Barck will ja damit zeigen, dass es beim Thema Dancefloor-Tauglichkeit keine wirklich berechenbaren Regeln und Wahrscheinlichkeiten gibt. Daher fällt seine Mischung auch recht heterogen aus. Tanzbarkeit ist immer gegeben, oft allerdings eher für die späten Nacht- bzw. frühen Morgenstunden, wo alles schon eine gewisse Zeitlupigkeit erreicht hat.

Etwas schade ist hier, dass die Tracks – absichtlich – einzeln vorgestellt werden, ein zusammenfließendes Set wäre vielleicht sogar die spannendere Lösung gewesen. Trotzdem gibt es natürlich einige schöne Entdeckungen zu machen – wir nennen hier mal (stellvertretend und als persönliche Favoriten) VECT, Lovejet und Spinning Motion.

www.sonarkollektiv.com



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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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