Eine Band, die mit dem Titel ihrem Debütalbums direkt mal behauptet, dass man sie braucht. Die auch musikalisch ziemlich unverblümt ins Gesicht springt und uns unter Verwendung zahlloser Einflüsse auf die Tanzfläche ziehen möchte. Das erweckt Verdacht, zeugt aber auch von Selbstbewusstsein.

Drei junge Franzosen aus Nantes sind das, die Brüder Gaëtan und Amaël Réchin Lê Ky-Huong an Gesang, Gitarre und Bass sowie Antonin Pierre am Synthesizer. In Frankreich räumten sie bereits 2009 diverse Preise ab und erzielten mit ihrer Single „Hey You“ erstaunliche Verkaufszahlen, auch das Album lief allerbestens.

Warum die Veröffentlichung hier dann wieder so lange gedauert hat, ist wieder so eines der Rätsel moderner Musikveröffentlichungsstrategien, das Menschen mit Verstand nicht verstehen müssen. Sei es drum, Spaß macht die Musik ja schon, die sich grob als Zoot Woman mit mehr Gitarre oder auch Phoenix mit mehr Synthiepower beschreiben ließe. Wobei wir uns da schon dem Kern nähern: „Mehr“ und „Power“ – hier wird geklotzt und zu keiner Sekunde gekleckert. Das Gaspedal wird durchgedrückt, man hat ein Händchen für eingängige Melodien und gedenkt dies bis zum Äußersten auszuspielen.

Das klappt bei so einigen Hitkandidaten sehr gut. Die erwähnte Single „Hey You“ ist ein hervorragendes Stück elektronischer Indiepopmusik. Auch die in der Songreihenfolge davor platzierten „Out Of Control“ und „Walking On A Line“ gehen gut ins Ohr. Doch nach vier, fünf Stücken hat man das Prinzip durchschaut und beginnt sich ein wenig zu langweilen. Die Songs sind insgesamt einfach zu schematisch, sich oft zu ähnlich und bieten zu wenig Überraschungen.

Was nicht heißen soll, dass es nicht noch ein paar weitere gelungene Songs zu hören gäbe. Das etwas zurückhaltendere „What I Feel“ (mit einer Prise The Xx-Bass) ist echt schön, auch „1997 (She Said It’s Alright)“ gefällt gut.

Insgesamt muss man jedoch sagen, dass Pony Pony Run Run bislang wohl eher als Band für einzelne Hitsingles in Frage kommen. Auf Albumlänge reicht das noch nicht aus.

(Addison)


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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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