Es ist mal wieder an der Zeit die Boxhandschuhe auszupacken und in den Musikring zu steigen. In dieser ganz besonderen Ausgabe der Plattenschlägerei, geben sich zwei weltweit erfolgreiche Solokünstler und eine handvoll Paradiesvögel die Ehre. Rock vs. Pop – Sandra vs. Billy Idol vs. Culture Club. Eine interessante Konstellation, denn alle Musiker haben mit ihren Hits und Alben die 1980er Jahre mit geprägt.

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Beginnen wir mit Sandra, gebürtiger Name Sandra Menges, seit 1974 im Musikgeschäft. Nach dem schleppenden Start als Solokünstlerin, trat sie 1978 als Sängerin dem Mädchen-Trio Arabesque bei, mit dem sie ihre ersten musikalischen Erfolge feierte und satte 13 Alben veröffentlichte. Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Produzenten und Ehemann Michael Cretu kennen. Seit 1984 veröffentlicht Sandra als Solokünstlerin Singles. Darunter der Megahit „Maria Magdalena„, den sie u.a. auch mit Huberth Kah produzierte und mit der sie in über 20 Ländern einen Nr. 1 Hit landete. Im Laufe ihrer Karriere verkaufte sie über 30 Millionen Platten weltweit und zählt auch heute noch zu den erfolgreichsten deutschen Sängerinnen.
Auf ihrer frischen So8os Artist-Edition finden sich auf zwei Silberlingen alle ihre Singles aus den 1980ern in extralangen Maxi-Versionen. Zudem gibt es alle B-Seiten sowie die raren Dub Mixes zu hören. Neben den wohlbekannten Pophymnen „Maria Magdalena“ oder „Everlasting Lasting Love“ sind es aber Songs wie „In The Head Of The Night„, „Midnight Man“ und „Heaven Can Wait„, die die musikalische Klasse von Sandra und ihren Produzenten voll zur Geltung bringen. Die Handschrift von Michael Cretu und Huberth Kah ist dabei allgegenwärtig und prägen den Sound der meisten Singles. Die zusätzlich verfügbaren Dub-Mixes auf dem zweiten Silberling runden diese Zusammenstellung wunderbar ab.
Dass Sandra nicht nur auf einzelne Hits reduziert werden sollte, wird beim Hören dieser gelungenen Zusammenstellung deutlich.

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Er war eine Ikone in den 1980er Jahren – die Rede ist von Billy Idol, bürgerlicher Name William Broad. Der aus London stammende Rocker ist seit Anfang der 1970er Jahre im Musikgeschäft und war zunächst in der Londoner-Punkszene aktiv. 1981 wanderte er nach der Veröffentlichung von drei Alben mit seiner Band „Generation X“ in die USA aus. Hier startete er seine Solokarriere unter dem Künstlernamen Billy Idol. Sein Markenzeichen seit Beginn seiner Solokarriere war die „stiff upper lip“ und die geballte Faust. Das zunächst auf harten Kerl abzielende Image wandelte sich mit der Zeit und Billy Idol landete mit Kuschelrock-Songs wie „Flesh For Fantasy“ und „Sweet Sixteen“ weltweite Megahits. Überschattet wurde seine Karriere von einer Drogensucht, die ihn 1993 beinahe das Leben gekostet hätte. Seit Beginn seiner Solokarriere verkaufte Billy Idol satte 50 Millionen Alben.
Auf der ihm gewidmeten Artist-Edition von So8os finden sich die zehn offiziellen Singles aus den 1980er Jahren sowie die drei zusätzlichen Songs „Dancing With Myself„, „L.A. Woman“ und „Cradle Of Dub„.
Alle Songs kommen in den gewohnt extralangen Versionen und füllen die Spielzeit der CD mit kernigen Gitarrenriffs und der markanten Stimme von William Broad bestens aus.
Neben den bekannten und nach wie vor in der Radiolandschaft präsenten Hits, gibt es ein angenehmes Wiederhören mit Songs wie „Don’t Need A Gun“ und „To Be A Lover„.
Die Zusammenstellung bringt die Karriere von Billy Idol auf den Punkt und zeigt gleichzeitig seine musikalische Spannbreite. Von Kuschelrock bis hin zu klassischem Rock gibt es hier die volle Dosis Idol.

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Sie waren DIE Paradiesvögel der 1980er Jahre: Culture Club. 1981 von Boy George gegründet, erreichte die Band bereits mit ihrer dritten Single in 23 Ländern die Pole-Position der Charts. Zu dem musikalischen Erfolg gesellte sich schnell auch das mediale Interesse an dem androgynen Auftreten & Kleidungsstil von Sänger Boy George, was nicht immer auf positive Resonanz stieß. Die Band veröffentlichte zwischen 1981 und ihrer ersten Trennung im Jahre 1986 insgesamt 17 Singles und vier Alben. Weltweit verkauften sie mehr als 25 Millionen Longplayer.
Ende der 1990er Jahre gab es eine Reunion mit der Hoffnung an alte Erfolge anknüpfen zu können, veröffentlichte die Band 1999 das letzte gemeinsame Studioalbum „Don’t Mind If I Do„, das lediglich in Großbritannien in die Verkaufscharts einstieg.
Auf der Artist-Edition von So8os gibt es 13 der in den 1980er Jahren veröffentlichten Singles zu hören. Darunter auch zwei von Blank & Jones neu gefertigte Extended Remixes der Songs „Do You Really Want To Hurt Me“ und „Time„. Dass nicht nur das Auftreten der Band schrill und bunt war, zeigt sich beim Durchspielen der Zusammenstellung. Neben klassischen Popnummern wie „Miss Me Blind„, „Move Away“ oder „Time„, finden sich immer wieder Tracks wie „The Medal Song“ oder „I’ll Tumble 4 Ya„, die mit exotischen Arrangements und Tönen aufwarten.
Auch nach 30 Jahren wirkt die Musik von Culture Club extravagant und versprüht ein ganz eigenes Feeling, das auf dieser Zusammenstellung seine volle Kraft entfalten kann.

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Kommen wir zur Wertung:

Der Punkt für den größten „Coolness-Faktor“ geht, nicht zuletzt wegen der hochgezogenen Lippe, an Mr. Billy Idol. Die besten Kompositionen lieferte uns Sandra und das schrillste Outfit haben aus heutiger Sicht immernoch Culture Club.
Wer sich die großen Star und die damit verbundenen Hits der 1980er Jahre nach Hause holen möchte, kommt letztendlich aber an keinem der oben genannten Musiker vorbei.

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