placebo_sun Neue Alben von Bands, deren Anhänger man selbst ist, zu rezensieren, fällt nicht leicht. Was, wenn die Lieblinge einen enttäuschen? Möchte, kann man das wirklich zugeben? Ja, so etwas kann einem beim ersten Hören des neuen Placebo-Albums durch den Kopf gehen. Doch irgendwann stellt sich die alte Liebe wieder ein und es gibt doch noch ein Happy End. Und für Euch auch noch etwas zu gewinnen!

Nach fünf Studioalben, von denen keines auch nur annähernd schwach war, endlosen Feiern und noch endloseren Touren gab es zuletzt Abnutzungserscheinungen bei Brian Molko, Stefan Olsdal & Co.. Diese führten zu einer Auswechslung auf der Position des & Co. – am Schlagwerk sitzt nun ein neuer Steve, nicht mehr Hewitt, sondern Forrest. Dem Jungspund wird seitens der beiden Althergebrachten gleich das Wiederfinden verloren geglaubter Spielfreude, Begeisterungsfähigkeit und generell eine innere und äußere Verjüngungskur zugeschrieben. Was man halt so sagt. Fakt ist immerhin, dass er sein Instrument beherrscht und sowohl ordentlich draufhauen als auch einigermaßen nuanciert spielen kann (Hallo, Herr Eigner!).

Apropos draufhauen: Hier liegt auch das Problem vieler Kritiker (und – zumindest anfangs – des Rezensenten) mit dem neuen Album. Beim ersten Hören wirkt es, als wollten Placebo mit schierer Brachialität von mangelnden Songideen ablenken. Die Gitarrenwalzen und die Powerproduktion überrollen den Hörer, gerade von der ersten Albumhälfte bleibt zunächst nicht viel hängen als der Gedanke: Na ja, live wird das wenigstens ordentlich abgehen. Ausnahme von Anfang an: Der Titelsong. Dieser ist sofort als Highlight zu erkennen. Langsam antickend, sich steigernd, episch, schön. Später entdeckt man dann, dass auch die Single „For what It’s Worth“ gar nicht so platt ist – das sind doch tatsächlich Bläser, die hier Druck machen. Die Band meint dazu lapidar, Streicher habe man ja schon auf dem Vorgänger „Meds“ gehabt, da wären Bläser der nächste logische Schritt.

So entwickelt sich das Album nach und nach doch wieder zum Dauerrotierer im Player. Gerade hinten heraus (Ist das ein Trend? Hatten wir häufiger zuletzt.) zeigen sich die Perlen und die doch vorhandenen Einfälle. Die schrägen, ungewohnten Beats nebst Streichereinsatz von „Julien“, die balladesken Strophen bei „Happy You’re Gone“, der mitreißende Refrain von „Breathe Underwater“. Schließlich die zwei großen Abschlussstücke: „Come Undone“ – einfach hypnotisch – und „Kings Of Medicine“ – überraschender Akustikeinstieg, langsame Steigerung, fantastische Bläser und Keyboards.

Was bleibt von „Battle For The Sun“? Schwierig zu sagen. Ein schlechtes Album abzuliefern sind Placebo weiterhin nicht ansatzweise imstande. Die Meisterwerke „Black Market Music“ und „Sleeping With Ghosts“ erreichen sie allerdings auch nicht. Kann man aber nicht immer erwarten. Erfreuen wir uns an der Band auf der nächsten (voraussichtlich wieder sehr umfassenden) Tour und freuen uns auf die nächsten Großtaten.

(Addison)

P.S.

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Auf einem ihrer neuen Songs singen Placebo im Refrain wiederholt ein spanisches Wort. Wie lautet dieses und was bedeutet es auf Deutsch?

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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