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Wer PeterLicht immer noch auf das „Sonnendeck“ reduziert, hat den Künstler ohne Gesicht vermutlich seitdem nicht weiter verfolgt. Nein, solch leichten Electro-Pop macht er schon lange nicht mehr oder kaum noch. Aber: So poppig wie hier war er lange nicht. Dazu gibt es wieder Texte zum Mitmeißeln.

Den Einstieg gestaltet der eigenwillige und sicherlich – neben der guten Musik und den grandiosen Texten natürlich – auch deswegen hochverehrte Künstler dabei noch höchst sperrig. „Sag mir, wo ich beginnen soll“ ist neben dem später folgenden siebenminütigen „Fluchtstück“ Teil des Theaterstücks „Das Abhandenkommen der Staaten“ und eher eine Spoken-Word-Performance mit Bandunterstützung. Textlich komplex und wie so oft zum Nachdenken anregend, musikalisch eher spröde.

Aber gleich danach geht die Sonne auf. „Wir sollten uns halten“ vereint alle Stärken PeterLichts. Starkes Songwriting, Ohrwurmtauglichkeit, Intelligenz. Indie mit einem ordentlichen Spritzer New Order. Und richtig satt produziert ist das, keine Klampferei. Es folgt der beste Songtitel des Jahres: „Begrabt mein iPhone an der Biegung des Flusses“. Großartig, oder etwa nicht? Wie der ganze Text, der diesen so leicht klingenden Electro-Pop-Song (ja, doch!) begleitet: „Blast meine Geheimnummern in die Wolken, die vorbeiziehen!“… „Ich wüsste niemanden, der sich selbst gehörte.“… „Und häuft euch einen Zuckerberg!“ Zum Eintätowieren, würde Frau Roche sagen.

Auch echte Singletauglichkeit hat er noch drauf, wie das hervorragende „Neue Idee“ beweist. Die eben schon angedeutete gelegentliche Nähe zu New Order wird im ebenfalls eingängigen Titelsong „Das Ende der Beschwerde/Du musst dein Leben ändern“ sowie im melancholisch-optimistischen „Schüttel den Barmann“ nochmals deutlich.

PeterLicht hat ein mittlerweile typisches und das heißt hochklassiges PeterLicht-Album aufgenommen und darüber hinaus neue Ideen verarbeitet. Außerdem beschert er uns einige neue persönliche Hits und Lieblingszitate. Und jetzt alle: „Gesellschaft ist toll, wenn nur all die Leute nicht wär’n!“

(Addison)

P.S. PeterLicht live: 14.12. Hamburg, 22.01. Darmstadt, 03.02. Augsburg, 04.02. St. Gallen, 02.03. Berlin (20 Jahre Intro)

http://www.youtube.com/watch?v=d3WRxgWUVAA

http://www.youtube.com/watch?v=FnhmbkNLm68

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www.peterlicht.de
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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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4
Kommentare

  1. 9.12.2011 - 9:30 Uhr

    ...und ich Dussel...

    …hab ihn mir nicht live in Freiburg angehört…mist!
    Schließe mich den positiven Kommentaren an.

    An dieser Stelle auch mal vielen Dank an Addison für die vielen tollen Tipps. Hier bin ich z.B. auf HUNDREDS gestoßen, DIE Entdeckung des letzten Jahres. Neulich live in Basel gesehen…einfach waaaahnsinn!
    (Aber das nur nebenbei) :-)

  2. Patric
    3
    8.12.2011 - 12:35 Uhr

    Großartig !!!

    Kannte diesen Künstler bisher nicht einmal und muss sagen das ich sehr angetan bin, vor allem weil es sich schon sehr nach NO anhört. Vielen Dank für diesen tollen Tipp Addison.

  3. Patrick
    2
    8.12.2011 - 2:14 Uhr

    Erstklassig!

    Und wieder ein erstklassiges Album von PeterLicht. Sein einzigartiger Stil und Liedtexte, sind ein Genuß für jedes Ohr. Wer dieses Album nicht gehört hat, der hat wirklich etwas verpasst! Und wer Geschmack gefunden hat, der sollte sich auch unbedingt noch die vorherigen Alben anhören, insbesondere „Melanchonie und Gesellschaft“ und die „Lieder vom Ende des Kapitalismus“. Absolut empfehlenswert! PeterLicht ist eine Klasse für sich. Er ist einer der wenigen Künstler, wo man mit viel Freude und ohne Bedenken sein hart verdientes Geld ausgeben kann. Ein Künstler ohne narzisstische Starallüren. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Werk… 5 Sterne für das Album!

  4. sepp
    1
    7.12.2011 - 23:55 Uhr

    stark