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Der Mann tourt fast pausenlos um die Welt, da wundert man sich kaum, dass er schon geraume Zeit kein Album mehr aufgenommen hat. Nu aber! „Icke wieder“ glänzt nicht nur durch originelle Tracknamen, sondern auch die kalkbrenner-typischen Sounds. Mehr Stoff, um bei seinen nächsten Gigs die Massen steil gehen zu lassen.

Wobei man sich immer fragt: Wieso der? Wieso drehen in allen möglichen Ländern unfassbar viele Menschen durch, wenn der fast unscheinbare Kahlkopf aus Berlin-Lichtenberg die Bühne/Kanzel betritt? Ein Phänomen, das sich nicht nur durch den Kultfilm „Berlin Calling“ erklären lässt, denn so viele haben den ja eigentlich gar nicht gesehen. Aber die Mundpropaganda – heutzutage natürlich v.a. in Form von Blogs und sozialen Netzwerken – kann doch so einiges bewirken. So wurden die Hallen immer größer, und den Sommer verbringt Kalkbrenner als Headliner bei Open Airs. Was bestens funktioniert, vor wenigen Tagen erst ließ er an zwei aufeinander folgenden Abenden die Berliner Wuhlheide beben.

Da ist es doch gut, dass der Paule endlich neues Futter für seine Sets hat – und „Icke wieder“ ist perfekt für seine Live-Auftritte komponiert. Ganz nach oben in die Charts will er mit den Tracks gar nicht, wäre das der Plan gewesen, hätte er die warme Stimme seines Bruders Fritz für ein zweites „Sky And Sand“ verwendet oder sich einen der sicher zahlreich möglichen Gastvokalisten gesucht.

Stattdessen sind die zehn Stücke hier alle instrumental und folgen der Dramaturgie des kalkbrennerschen Liveschaffens. Allmählich aufbauen, entspannt durch die Sounds surfen, steigern und zur rechten Zeit euphorische Höhepunkte setzen. Kein stumpfer Techno, kein Tiestogeballer, der Mut zur Popmelodie ist immer wieder zu erkennen.

So kommen nach verhaltenem Start mit dem treffend betitelten „Böxig leise“ bei „Gutes Nitzwerk“ die ersten Steigerungen und zu „Jestrüpp“ gehen die Leute dann garantiert ab. Und nachdem „Schnakeln“ mal ein bisschen mit schrägeren Tönen experimentiert hat, zwingt „Kleines Bubu“ wieder die Massen zum Tanz. Später setzen „Sagte der Bär“ (deep, minimalistisch) oder das knisternde „Schmökelung“ noch ein paar stimmungsvolle Höhepunkte, bevor „Der Breuzen“ uns aus dem Album breuzt.

Paul Kalkbrenner hat hier nicht unbedingt etwas Innovatives aufgenommen und auch nichts, was er nicht vergleichbar schon einmal gemacht hätte. Aber die Stücke machen Laune (gerade jetzt im Sommer), sind eingängig ohne sich anzubiedern und liefern genau den richtigen Appetizer für Kalkbrenner live. Und da müssen wir alle hin!

(Addison)

P.S. Im Sommer ist Paul Kalkbrenner beim Melt! und ab Ende September auf ausgiebiger Hallentour.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. 17.6.2011 - 21:41 Uhr

    fettes album. 5* und nen bienchen von mir fürn paule!