Die musikalische Marschrichtung im Hause Northern Lite war in den vergangenen Jahren klar definiert und brachte die Erfurter weg vom reinrassigen Clubsound der Anfangstage, hin zu einem versierten und ehrlichen Songwritertum. Mittelpunkt ist auch heute noch die elektronische Musik, wird aber seit vielen Jahren von organischen Instrumenten verstärkt. Auch auf ihrem neuesten Album „I Like“ gehen Northern Lite ihren eingeschlagenen Weg weiter, hinterlassen dabei aber ein deutlich gereifteren Eindruck.

Einen ersten Vorgeschmack auf das Album präsentierte das Trio bereits im Sommer dieses Jahres, als sie via Facebook den Song „Raise The Dead“ nach dem 1000sten ‚I Like‘ als Download freigaben. Schon seinerzeit zeichnete sich ab, dass der neue Longplayer möglicherweise ruhiger ausfallen könnte, als es dem einen oder anderen lieb sein könnte. Zwar brummt „Raise the Dead“ mit clubtauglichen Beats durch die Boxen, versprüht dabei aber eine gewisse Zurückhaltung.
Mit der melodiösen Vorabsingle „Black Day„, die auch die CD eröffnet, gab es dann eine eindrucksstarke Vorabsingle. Die staubtrockene Coolness, die diesem Song inne wohnt, bildet auch das Fundament für das restliche Album. Alle Songs sind deutlich reduzierter und ohne große Schnörkeleien produziert, bieten dafür aber eine harmonische Synthese, bestehend aus groovenden Synthielines, akzentuierenden Gitarrenparts und der markanten Stimme von Sänger Andreas Kubat.
Es scheint, als seien Northern Lite mit diesem Longplayer in ihrem ganz eigenen Soundkosmos angekommen – abseits von Hektik, Clubs und auferlegten Grenzen. Symbolisch zu verstehen ist daher auch der Albumtitel „I Like“, der genau diesen Umstand artikuliert und als klares Statement der Band zu verstehen ist.

Die Schöpfer des „Neo.Pop“ bewegen sich im Jahr 2011 in einer Spähre, die sie insgesamt nachdenklicher erscheinen lässt. Eine entsprechende Tristesse schwebt dabei über dem gesamten Album mit und verleiht Songs wie dem groovenden „Running“ oder dem catchigen „Voice“ ein ganz besonderes Timbre – ein Timbre, das distanziert und dennoch warm wirkt.
Apropos Neo.Pop… mit dem Track „I Like“ reisen die Erfurter zurück in der Zeit, und überraschen ihre Fans mit oldschooligen Soundstrukturen, die Erinnerungen an die ganz frühen Werke wach werden lässt. Abgerundet wird der Silbling mit der Ballade „Hellborn Man„, die mit minimaler Instrumentierung zu kokettieren vermag und gleichzeitig an große musikalische Helden wie Johnny Cash erinnert.

I Like“ ist das bisher introvertierteste und auch persönlichste Werk von Northern Lite geworden. Seine Stärke zieht es dabei aus der ubiquitären Melancholie, die in anspruchsvolle und eingängige Melodien gewandelt wird. Im Ergebnis liefert die Band hier erneut ein erstklassiges Album ab, das sich von den Vorgängern deutlich unterscheidet. Bleibt nur noch zu sagen: ‚I like!‘

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www.northernlite.de

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Kommentare

  1. emmalissy
    1
    13.1.2012 - 19:05 Uhr

    Tolle Musik

    Die Musik von Northern Lite hört sich super an.
    Ein Konzertticket ( Februar ) habe ich auch schon. Bin gespannt wie es wird.