Anton Corbijn Inside Out (Filmplakat)Eine neue Dokumentation über Anton Corbijn wird voraussichtlich ab dem 3. Mai 2012 in den deutschen Kinos zu sehen sein. Vier Jahre lang begleitete Landsmännin Klaartje Quirijns für „Anton Corbijn Inside Out“ den weltbekannten Regisseur, Videokünstler und Fotografen, der Künstler wie U2, Herbert Grönemeyer und Metallica mit seinen berühmten Schwarzweiß-Bildern in Szene gesetzt hat. Auch Depeche Mode wären ohne Corbijn nicht da, wo sie heute sind.

Das erste Fotoshooting von Depeche Mode und Anton Corbijn fiel für Dave Gahan ernüchternd aus. Corbijn hatte den Sänger im Vordergrund platziert, während der Rest der Band im Hintergrund herumstehen sollte. Dachten alle. Doch Corbijn fokussierte die Staffage und ließ Gahan nicht blass, aber dafür sehr unscharf aussehen. Ein typisches Corbijn-Foto eben. Das Shooting war Auftakt einer jahrelangen Zusammenarbeit.

Depeche Mode haben Corbijn sehr viel zu verdanken. Der Starfotograf, der mit einem Bild von Joy Division bekannt wurde und über die Band um den viel zu früh verstorbenen Sänger Ian Curtis später einen Film („Control“) drehte, verpasste den Elektropionieren erst das visuelle Erscheinungsbild, das die Band bis heute prägt. Mit zahlreiche Videoclips, Covergestaltungen und Konzertmitschnitte setzte Corbijn wie in einem Puzzle das Bild von Depeche Mode zusammen, das die Menschen mit der erfolgreichsten Elektroband der Welt verbindet. Und immer wieder schwarzweiße oder sepiafarbene, oft grobkörnige Fotoaufnahmen.

Von der Handschrift Corbijns haben viele Künstler profitiert. U2 zum Beispiel. Oder Metallica. Oder Herbert Grönemeyer, mit dem Corbijn bis heute eine enge Freundschaft verbindet.

Für seine Arbeit wurde Corbijn jüngst mit dem Prins Bernhard Cultuurfonds Prijs, dem wichtigsten Kulturpreis der Niederlande, geehrt. Trotz der Allgegenwärtigkeit seiner Arbeit, weiß man über den zurückhaltenden Menschen Anton Corbijn sehr wenig.

Klaartje Quirijns wollte das ändern. Vier Jahre lang begleitete die Filmemacherin Anton Corbijn bei privaten und beuflichen Terminen. Herausgekommen sind 90 Minuten, in denen Corbijn als Starfotograf und Corbijn als Mensch porträtiert wird. Ein Mensch, dessen künstlerische Antrieb auch von Selbstzweifeln bestimmt ist. „Manchmal hatte ich das Gefühl, als Mensch nicht gut genug zu sein. Vielleicht aber als Künstler.“, sagte Corbijn einmal.

Am vergangenen Freitag feierte „Anton Corbijn Inside Out“ bei der Berlinale, wo Corbijn in diesem Jahr Mitglied der Internationalen Jury war, seine Premiere.

Wir haben Euch einige Kritiken zum Film rausgesucht:

Schwermut in jedem Bild (Berliner Zeitung)
Porträt eines Starfotografen: „Anton Corbijn Inside Out“ (RBB)
Anton Corbijn Inside Out (filmkritik.de)
‚Anton Corbijn Inside Out‘ Presents An Impressionist Portrait Of The Artist As A Solitary Man (engl.)

Der Trailer zum Film:

 Sven Plaggemeier
Sven ist Gründer und Betreiber von depechemode.de. In seinem Hauptberuf arbeitet er zurzeit als Online-Projektmanager, Social Median und Online-Redakteur. Du kannst Sven bei Facebook, Xing und LinkedIn treffen.

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Kommentare

  1. Ratlos
    12
    22.2.2012 - 17:04 Uhr

    Mänsch

    Kann jemand erklären, was eine Landsmännin sein soll? Ein entmannter Landsmann – oder doch eher eine verquere Landsfrau?

    ***Die Antwort gibt Dir der Duden oder auch eine kurze Suche bei Google: Landsmännin ist die weibliche Form vom Landsmann. Gruß, Sven ***

  2. Nicole
    11
    20.2.2012 - 20:33 Uhr

    Leider nur Elfte….

    Ich find´s spannend! Guck ich mir bestimmt an!