In der Rezension zum Debütalbum „Coda“ vor zweieinhalb Jahren schlossen wir mit der Prognose, dass von diesen Burschen noch eine Menge zu erwarten wäre. Es hat zwar etwas gedauert, aber der Nachfolger übertrifft die Erwartungen schließlich sogar noch. Kraftwerk!

Kraftwerk? Oh ja, und ob. Schon auf dem Debüt erkannte man in der Musik von Edi, Tamer und Felix die Wurzeln bei verschiedenen deutschen Elektro-Pionieren der 70er. Doch „Nanonotes“ konzentriert sich nun noch mehr auf die ganz Großen, eben auf Kraftwerk. Was sich auch an der Zusammenarbeit mit Emil Schult (früher Gitarrist der Düsseldorfer, Covergestalter von „Autobahn“, Texter für diverse Songs) zeigt, mit dem man am Albumkonzept arbeitete und der auch später immer als Berater bereit stand.

Im Studio von Jas Shaw (Simian Mobile Disco) fand man die benötigte Menge des notwendigen analogen Equipments, das dazu führt, das „Nanonotes“ nun als moderne Hommage an die großen Zeiten von Kraftwerk gehört werden kann. Kryptische, oft absichtlich in den Hintergrund wabernde Vocals, kräftige Bassspuren und echte Drums setzen dabei ihre eigenen Akzente zwischen Moog & Co., so dass die Gefahr bloßen Kopierens stets geschickt umschifft wird. Darüber hinaus brechen auch immer mal wieder moderne Sounds dazwischen, wie in „Kopf ein“ oder „Figur“.

Da von den Originalen nicht so viel Neues kommt, kann man sich also (neben dem regelmäßig zu empfehlendem Genuss des „Katalogs“ natürlich) in den Flächen, Sounds und der Atmosphäre von minimalistisch-elektronischen Perlen wie „Hydra“, „Odenwald“ (Wer hätte gedacht, dass dieser verschnarchte Landstrich noch einmal hier erwähnt würde?), „Pudong“ oder „Monomeer“ verlieren.

Es ist übrigens wie damals: Da galten Kraftwerk hierzulande nicht besonders viel, während man ihnen in Großbritannien und anderen Teilen der Welt zu Füßen lag. Auch MIT sind bislang eher dort erfolgreich als hier. Ändert dies bitte (also hier, nicht dort), liebe Leser!

(Addison)

MIT live: 27.11. ON3-Festival, München

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www.mitmitmit.net
www.myspace.com/mitmitmit

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. testcase
    1
    18.11.2010 - 15:37 Uhr

    …gefällt mir sehr gut, einfache Mittel, auf der rein musikalisch-substanziellen Ebene eigentlich nicht viel neues, aber dafür sehr interessant verpackt, „Elektronik zum Anfassen“, spricht zu mir! :)
    Muß allerdings zugeben daß der Artikel sich nicht so sehr wie eine Rezension sondern eher wie ein Werbe-Pressetext liest…

    • 18.11.2010 - 18:25 Uhr

      Dann sollte ich mich als Pressetext-Schreiber bewerben. Das Album hat einfach so gut gefallen, dass die Rezension entsprechend positiv ausgefallen ist. Ganz ohne Verwendung eines Pressetextes. ;-)