Dies hier wird fast parallel zum neuen Album von The Human League veröffentlicht und ungefähr ein halbes Jahr nach dem neuen Album von OMD (die man im letzten Herbst auch supportete). Und, hoppla, von diesen drei Platten ist die der Newcomer ganz klar die beste. Na sowas (heute ohne Tommy Gottschalk)!

Vier Herren aus Essex, das gab’s doch schon mal?! Bandfotos mit schicken Anzügen und ernstem Blick geradeaus, auch nicht neu – und gerade durch den Erfolg der Hurts wieder in Mode. Electropop mit haargenauer Ausrichtung auf den frühen Synthie-Pop oder gar die New Romantics, das machen manche. Selbst die Stimme von Sänger James News hatten wir schon – da hieß der Interpret noch Andy McCluskey. Meine Herren, hier ist Klauen, äh, Zitieren aber so richtig an der Tagesordnung!

Warum „Lights and Offerings“ trotzdem so gut gefällt? Nun, weil diese Band ganz sicher keine Originalitätspreise gewinnen will (wird sie auch nicht), sondern eben lieber guten Synthiepop fabriziert. Und das gelingt hier beängstigend perfekt, durchgehend von Song Eins bis Zehn.

Selbst der dramaturgische Aufbau passt. „Fear Of Drowning“ lockt den Hörer mit herrlich altmodischen Synthieflächen unwiderstehlich in eine andere Epoche. Und die eingängigen Hits „Look At Me“ und „Into The Heart“ sorgen im Anschluss dafür, dass man auch dort bleibt. Zwischendurch nimmt man etwas Tempo heraus, sorgt aber mit mächtigen Synthesizermelodien dafür, dass der Hörer dran bleibt („Write Through The Night“). Dann, schwupps, die nächste Single hinterher („Ways To An End“).

Und so weiter, weitgehend ohne Schwächen. Sogar eine Coverversion wird geschickt eingebaut (das von Dino Valenti geschriebene und von der American-Folk-Sängerin Karen Dalton interpretierte „Something On Your Mind“), und mit den zehn Minuten des finalen „Secrets“ beweist man, dass man auch Ausdauer hat.

Ein bisschen mehr Eigenständigkeit in Stimme und Klang wäre nächstes Mal zwar wünschenswert, aber ansonsten gibt es an diesem prächtig schillernden Album nichts auszusetzen. Synthiepop vom Allerfeinsten!

(Addison)

P.S. Mirrors live: 12.04. Köln, 13.04. Berlin, 14.04. Hamburg, 15.04. Dresden, 17.04. Frankfurt, 20.04. München, 22.04. Züric, 23.04. Wien

P.P.S. Auf der Facebook-Seite der Band gibt es einen Remix von „Secrets“ for free, gemixt von OMD-Boss McCluskey persönlich!


Mirrors 'Hide and Seek'

MIRRORS | Myspace Video

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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5
Kommentare

  1. XXX
    5
    14.4.2011 - 0:03 Uhr

    Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Ein tolles Konzert im Comet Club Berlin welches mich an die Anfangszeiten von Depeche Mode erinnern und mich in die Zeit zurück reisen ließen. Ich hoffe, dass man noch viel von den Jungs hören wird, verdient hätten sie es !!!

  2. Herr X
    4
    25.3.2011 - 22:28 Uhr

    genau.. furchtbar……. gut ;))

    Nein, ganz ersthaft… hier ist nix neu und von A bis Z zitiert…. aber wer die Originale im Schrank hat oder live erlebt hat, freut sich über eine Band, die extremst retro ist. Stimmlich übrigens eher Richtung OMD finde ich.

  3. 22.3.2011 - 21:35 Uhr

    furchtbar.

  4. Synthlord_G
    2
    22.3.2011 - 19:38 Uhr

    @XXX: Besser hätte ich es auch nicht sagen können…..

  5. XXX
    1
    21.3.2011 - 21:17 Uhr

    Einfach nur Klasse !!!
    Optisch und musikalisch ein bisschen Kraftwerk, OMD und New Order.Stimme zwischen Jim Kerr und David Byrne. Was will man mehr als Synthie-Kind der 80iger.
    Für mich die Newcomer des Jahres !!!