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Miike wer? Nie gehört? Nicht verwunderlich. Bloodshy & Avant vielleicht? Da klingelt was? Die Herren, die Britneys besten Song geschrieben haben, „Toxic“, genau. Nun haben die beiden unsichtbaren Schweden einen Sänger gefunden und eine eigene Band gegründet, die ein feines Album voller Ohrwürmer herabschneien lässt.

Christian Karlsson und Pontus Winnberg heißen die Herren aus Göteborg, Songwriter und Produzenten (die neben Britney auch für Madonna, Kylie, Sugababes, Kelis und weitere Chartstürmer tätig waren), Andrew Wyatt ist der ebenfalls schon zuvor vielseitig aktive New Yorker, der dem Projekt seine angenehme Stimme verleiht. Doch genug von den Namen dahinter, wenn es nach der Band geht, bleiben diese weiterhin weitgehend unerkannt (versteckt hinter dem bandeigenen Wappentier, dem sagenumwobenen Jackalope).

Das Album ist nun ein gar nicht so leicht einzuordnendes Etwas. „Toxic“ & Co. führen da nur in die Irre, Miike Snow klingen ganz anders. Man hörte und las da schon einiges an Vergleichen, Röyksopp mit mehr Gewicht auf klassischem Songwriting etwa, oder irgendetwas zwischen Zoot Woman, Scissor Sisters und The Dissociatives (ganz weit draußen tauchten dann Namen wie Vampire Weekend oder gar a-ha auf). Vielleicht ganz einfach so: Fantastisch produzierte elektronische Popmusik, die in Disco, Indie-Club und Wohnzimmer gleichermaßen funktioniert. Und die von Track 1 bis 11 fast durchgehend singletaugliches Material beinhaltet.

Es fängt gleich mit drei Hits an: „Animal“ hat alles, was ein sympathischer Popsong braucht, mitsingfreundliche Melodie, flotten – und flott produzierten – Rhythmus und ein paar Schnörkel, die ihn nicht so leicht vergessen lassen. Mit „Burial“ sowie dem piano-bestimmten und in der zweiten Hälfte zum satten Elektronikstampfer mutierenden „Silvia“ geht es ähnlich und auf gleichem Niveau weiter. Wem die Songs übrigens zu fröhlich daherkommen, der achte mal auf die düster-poetischen Texte. Man könnte so fortfahren und zahlreiche weitere Hörtipps geben, wie das forsche „Black And Blue“, das sanfte „Sans Soleil“ oder das groovige „Cult Logic“.

Oder schlicht feststellen, dass „Miike Snow“ ein durchgehend starkes Stück Popmusik ist, das vielen gefallen dürfte und dies auch verdient hätte.

(Addison)

P.S. Live hier: 16.11. München – 17.11. Berlin – 18.11. Hamburg

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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