miike_snow_happy

Zweites Album des schwedisch-amerikanischen Trios. Und wie schon auf dem Debüt haben die Drei im Popladengeschäft das Fach mit der Beschriftung Ohrwurmtauglichkeit wieder komplett leergeräumt. Wer soll unter all dem schönen (Electro-)Pop da bloß wieder die Singles aussuchen?

Vorgestellt haben wir die Herren Karlsson & Winnberg (früher mal als Bloodshy & Avant unterwegs, Schreiber von Britneys bestem Stück „Toxic“, aber mittlerweile auch unter ihren eigenen Namen als Remixer, u.a. ja auch für Depeche Mode tätig) sowie Wyatt ja schon bei ihrem Debütalbum – und wir zitieren uns mal selbst: „von Track 1 bis 11 fast durchgehend singletaugliches Material“.

Okay, dieses Mal sind es nur zehn Songs, aber ansonsten stimmt das wieder genauso. Elektronische Popmusik des 21. Jahrhunderts, die gutes Songwriting (wofür v.a. auch Frontmann Andrew Wyatt steht) und einfallsreiche Produktion (die die beiden Schweden aus dem Effeff beherrschen) verbindet. Mittlerweile sieht man sich auch nicht (mehr) als Projekt, sondern definitiv als richtige Band und geht entsprechend auf Tour. Mit den alten und neuen Stücken hat man da ja nun eine schicke Setlist zusammen.

Verstärkt wird die vielseitige Elektronik noch durch gelegentlichen Einsatz von Streichern (viermal) und Bläsern (dreimal) sowie einen Gastauftritt von Kumpeline Lykke Li auf dem atmosphärischen Schleicher „Black Tin Box“. Doch jener hochwertige Special Guest taucht erst im vorletzten Song auf – und wenn eine Band danach, ganz an den Schluss, noch ein so eingängiges Singlehighlight wie „Paddling Out“ setzt, dann spricht das sowohl für Selbstbewusstsein, als auch für die Qualität des Albums.

Denn vorher gibt es ja auch schon genug zu entdecken. Das schwelgerisch dahinschwebende „The Wave“, die markanten Pianolinien von „Devil’s Work“. Die Marschrhythmen und Synthiemelodien von „Bavarian #1 (Say You Will)“ oder das euphorische „Archipelago“. Kurzum, Miike Snow dürfen bereits nach zwei Alben als Garanten für hochklassige und eingängige Popmusik elektronischer Gangart bezeichnet werden.

Miike Snow ‚The Wave‘ from Arianna Tomasettig on Vimeo.

P.S. Miike Snow live: 24.05. Electronic Beats Köln, 25.05. Melt! Klub Weekender Berlin

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Miike Snow ‚Paddling Out‘ from Arianna Tomasettig on Vimeo.

www.miikesnow.co.uk
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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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