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Künstler, die sich immer wieder neu erfinden, haben es manchmal nicht einfach bei ihren Fans, haben aber erst einmal absolute Hochachtung für ihren Mut verdient. Wenn die Neuerfindung dann noch so gut gelingt wie in diesem Falle, dann ist das um so erfreulicher. Willkommen in der Laissez-Faire-Phase von Metronomy!

Metronomy posieren zwar neuerdings gern als Band, waren und sind aber das Geisteskind eines Mannes. Dieser heißt Joseph Mount, kommt aus dem schönen südenglischen Totnes in Devon und entwickelte dort schon frühzeitig eine Neigung zu experimenteller elektronischer Musik, wie sie LFO oder Aphex Twin erschaffen. Das Debütalbum „Pip Paine (Pay the ₤5.000 You Owe)“ erschien 2006, war komplett allein und größtenteils instrumental eingespielt, enthielt aber bereits einen kleinen Clubhit („You Could Easily Have Me“).

Es folgten erste Auftritte mit Band, anschließend machte Mount sich v.a. als Remixer einen großen Namen. U.a. zeugen Arbeiten für Goldfrapp, Gorillaz oder Ladytron davon. 2008 dann das zweite Album, „Nights Out“, nun zu dritt eingespielt, mit mehr Gesang und Melodien, vielen verrückten Sounds und Grooves, eine echte Tanzgranate. Doch was ist denn nun los?

The English Riviera“ ist nicht nur die Bezeichnung von Mounts Heimat, sondern auch ein ausgezeichnet gewählter Albumtitel. Ein Intro aus Meeresrauschen, kreischenden Möwen und einer Violine, und dann leitet eine Gitarre in das an französische Popkünstler wie Air oder Phoenix erinnernde „We Broke Free“ über. Das Leben an der wunderschönen Küste Südenglands wird mit französischer Leichtigkeit verbunden und Metronomy klingen jetzt tatsächlich wie eine richtige Band.

Was nicht heißen soll, dass es nun keine Elektronik mehr gibt. No, non, nein – nachdem auch „Everything Goes My Way“ noch eher sommerliches Strandfeeling verbreitet hat, setzen sich ab dem zauberhaften „The Look“ anschließend zunehmend die Moogs, Yamahas und Rolands der alten Synthesizerschule durch. Aber es wirkt trotzdem alles organischer als früher, was die insgesamt sehr relaxte Atmosphäre fördert.

Mit Songs wie „She Wants“, „The Bay“ und – ganz besonders – dem unwiderstehlichen „Corinne“ liefern Metronomy noch weitere leichtfüßige und fein groovende Hits ab, die uns den Sommer verschönern werden – wie es dem ganzen Album gelingt. Eine Schönheit ist sie eben, „The English Riviera“.

(Addison)

P.S. Metronomy spielen live beim Melt! und beim Appletreegarden Festival.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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