mephistosystem Das System des Teufels, sehr frei nach Goethe, kommt aus dem beschaulichen schweizerischen St. Gallen. Wer hätte das gedacht? Aber mit beschaulich hat es sich damit auch für diesen Text. Denn das Debütalbum der fünfköpfigen Band um Abele Franzé hat tatsächlich mehr Hölle als Alpen in sich.

Wo lassen sich Mephistosystem musikalisch einordnen? Nun, das Bandlogo lässt Vermutungen aufkommen, die Musik lässt schließlich keine Zweifel: Da hat jemand intensiv seine Nine Inch Nails verinnerlicht. Ein paar kräftige Prisen Marilyn Manson und Filter dazu – fertig ist eine lupenreine Industrial-Rock-Platte mit elektronischer Verstärkung.

So mancher wird nahezu jegliche Eigenständigkeit vermissen und dies der Band vielleicht auch ankreiden. Das ist sicher etwas dran, wobei man den Newcomern aber positiv bescheinigen muss, dass sie hier keine halben Sachen machen. Der Autor würde wetten wollen, dass Stücke dieses Albums, zwischen Songs der genannten Vorbilder eingestreut, selbst Kennern kaum negativ (oder überhaupt als einer anderen Band zugehörig) auffallen würden. Das ganze Album ist kompromisslos aus einem Guss und geht größtenteils sehr druckvoll nach vorn. Nicht immer haben die Songs einen hohen Wiedererkennungswert, aber manche entwickeln sich dann doch.

Da gibt es die elektronisch verzerrt startenden und später laut rockenden Stücke wie „The Number I Get“ und „Try To Be Like You„, die geradlinigen und ausnahmsweise fast eingängigen Singles bzw. -kandidaten „Anybody Cares“ und „Blank Faced„, die atmosphärisch und eher elektronisch überzeugenden „Impossible Things“ und „Serious„. Dazu der heftig scheppernde, mitreißende Hiddentrack.

Als wesentlicher Pluspunkt ist in jedem Falle noch die starke Produktion zu nennen. Druckvoll, klar und doch ansprechend dreckig.

Alles in allem wird hier eine saubere Platte Industrial-Rock geboten, die ihren großen Vorbildern vielleicht noch etwas zu stark nacheifert. Aber ein eigener Stil ist heutzutage schwer zu erfinden und kann ja auch noch entwickelt werden. Für ein Debüt jedenfalls durchaus beachtlich.

(Addison)

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www.mephistosystem.com
www.myspace.com/mephistosystem

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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