Martin Gore: “Es liegt in meiner Natur, an etwas glauben zu wollen”

Die Veröffentlichung der Martin Gore-Biografie “Insight – Martin Gore und Depeche Mode: Ein Porträt” (bei Amazon vorbestellen) ist auf den 30. September verschoben worden. Daher präsentieren wir Euch einen Sonntag länger Textauszüge aus dem Buch. Heute könnt ihr bei uns exklusiv einen Text aus dem Kapitel “Songs of Faith and Devotion” lesen.

Bisher veröffentlichte Auszüge:
Martins Piano-Sessions – mehr als nur beschwipste Mini-Gigs
“Das Berlin der Achtzigerjahre war das Berlin Martin Gores”
Martin Gore: “Meine Lieder handeln von der Suche nach Unschuld”

Songs of Faith and Devotion

Der NME interpretierte den Sound von Songs Of Faith And Devotion als einen Ausdruck von Gahans kaputtem Rock’n’Roll-Lifestyle und nannte das Album “launisch und überkandidelt«”. Die meisten Kritiker jedoch stellten Gore und den spirituellen Grundton seiner Texte in den Vordergrund. Die Tageszeitung The Guardian bejubelte ein “Meisterwerk” und leitete dieses Urteil vor allem aus den Liedzeilen der Platte ab, in denen Gore “Verfolgung, Verlangen und Schuld” thematisierte.

“Ich gebe zu, dass ich ein Problem habe«, sagte er im Gespräch mit der L.A. Times. “Gott weiß warum – und das soll kein Wortspiel sein –, aber jedes Mal, wenn ich einen Song schreibe, muss ich irgendwie das Thema Religion anschneiden.” Eine Erklärung hatte er immerhin dafür, dass er im Kontext Religion immer auch von Liebe und Sex sprach: “Das sind Dinge, die ich spüre, an die ich glauben kann. Ich war nie überzeugter Anhänger einer Religion, aber es liegt in meiner Natur, an etwas glauben zu wollen.”

Seine Erfahrungen als junger Vater hätten dieses Bedürfnis noch verstärkt. “Wenn es drauf ankäme, würde ich heute sagen, dass ich an Gott glaube. Zu Zeiten von Blasphemous Rumours habe ich es eher nicht getan.” Blasphemous Rumours stand jedenfalls nicht auf der Setlist der Devotional Tour, die am 19. Mai 1993 im französischen Lille begann……..

 Sven Plaggemeier
Über den Autor |
Sven ist Gründer und Betreiber von depechemode.de. In seinem Hauptberuf arbeitet er als Online-Journalist und Social Median. Du kannst Sven bei Facebook, Google+ und Twitter treffen.

22 Kommentare zu „Martin Gore: “Es liegt in meiner Natur, an etwas glauben zu wollen””

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