Man kann ja nicht ewig Megahits nehmen, sie neu arrangieren, mit Bläsersätzen aufpimpen und sie von anderen Megastars neu interpretieren lassen. Dachte sich wohl auch Mark Ronson und überrascht auf seinem dritten Album mit ganz anderen Tönen, die für Begeisterung sorgen.

Mark Ronson ist schon lange als DJ und Remixer aktiv. Schon früh zählten Größen wie Moby, Outkast oder Jay-Z zu seinem Bekanntenkreis. Einige von jenen sind dann auch auf seinem Debüt „Here Comes the Fuzz“ (2003) zu Gast. Doch der große internationale Durchbruch kommt rund um den Nachfolger „Version“. Die Single „Valerie“ (mit Ms. Winehouse, als sie es noch drauf hatte) wird ein Überhit, Lily Allen, Santigold, Robbie Williams, die Kaiser Chiefs und viele mehr, alle wollen sie mit ihm arbeiten.

Doch Mark Ronson ruht sich nicht aus, nein, er hat den Mut und die Freiheit, etwas anderes zu machen. Was geblieben ist, ist sein unfassbar großer musikalischer Bekanntenkreis, der hier wieder zu zahlreichen, zum Teil erstaunlichen Kollaborationen führt. Doch die Musik klingt ziemlich anders. Bläser hat es kaum noch, Soul der 60er ebensowenig. Dafür sind jede Menge Retro-Synthesizer ins Studio geschoben worden und mit diesen und seinen vielen kompetenten Helfershelfern (einer der wichtigsten ist sicherlich Kaiser-Chiefs-Songwriter Nick Hodgson) zaubert Ronson einen ganz eigenen Stil und einen Batzen toller Songs aus dem Hut.

Gleich die erste und kaum aus dem Ohr zu bekommende Single „Bang Bang Bang“ (feat. MNDR & Q-Tip) hätte man eher in der Gorillaz-Verwandtschaft erwartet. Danach erinnert „Lose It (In The End)“ noch einmal kurz an die Soul-Pop-Vergangenheit (bevor Ghostface Killah dazwischenrappt).

Wenig später gibt es einen seltenen Gaststar. Auf dem tollen „Somebody To Love“, an dem u.a. Scissor Sister Jake Shears mitschrieb, hört man neben Miike-Snow-Sänger Andrew Wyatt (der noch bei weiteren Songs mitwirkt) das unverkennbar dramatische Organ von Boy George. Doch danach kommt ein noch größerer Hit – „You Gave Me Nothing“ (Vocals: erneut Wyatt, dazu Ex-Pipette Rose Elinor Dougall, deren helle Stimme später u.a. noch das exzellente „The Night Last Night“ veredelt) ist eine absolute Wave-Granate, inkl. Mörderrefrain.

Nachdem Ronson zwei Instrumentals in die Mitte geschoben hat (von denen das Synthiefeuerwerk „Circuit Breaker“ ein weiteres Highlight darstellt), gibt es später noch einen weiteren großen Namen zu begrüßen. Ronson hat ja bereits mit Duran Duran gearbeitet, so passt es, dass die Herren Nick Rhodes (an den Geräten) und Simon LeBon (beim schmissigen Refrain am Mikro) beim Titelsong des Albums mitwirken, der auch das klare Ziel dieser Scheibe vorgibt „I only want to be in your record collection“.

Machen wir es kurz: Dieses Ziel wird Ronson mit dieser hitlastigen Zusammenstellung bei vielen Hörerschichten erreichen. Und zwar völlig verdient.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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