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Susanne, bitte zieh nach Berlin! Nein, das wird jetzt keine peinliche Liebeserklärung (höchstens musikalisch-platonisch). Nein, immer wenn Susanne Sundfør in Berlin auftritt, scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Egal, ob die Frau mit dem unglaublichen Talent nur solo am Piano oder mit kompletter Band und ordentlich Elektronik dazu antritt.

Sonntag, 03. April, Michelberger Hotel

Das ist schon eine ausgefallene Location. Ein stylishes Hotel an der Warschauer Straße, mittendrin in den Strömen der Partytouristen und „gebaut für österreichische Almdudler, schwedische Models, englische Rockstars, japanische Geschäftsmänner, deutsche Rennfahrer und amerikanische Dudes“. Gleich hinter dem Eingang zur Hotelbar steht ein Klavier. Rundherum versammeln sich zunehmend mehr Interessierte. Erstaunlich, wie viele eigentlich schöne Menschen es schaffen, sich mit Klamotten zu entstellen, die aussehen, als hätte man sie von der alten Tante Irmchen geklaut.

Aber das nur nebenbei, heute stellt Susanne Sundfør, in ihrer norwegischen Heimat Preisträgerin des wichtig(st)en Musikpreises, des „Spellemannprisen“, und gefördert von keinen Geringeren als a-ha, ihr im Mai erscheinendes (und zwar endlich auch bei uns) Album „The Brothel“ vor, ganz allein am Klavier. Wer das Album mit seiner vielschichtigen Instrumentierung und raffinierten Elektronik gehört hat, ist auf die Umsetzung gespannt.

Die 25-jährige kommt herein, setzt sich, legt los – und die meisten sind verzaubert (bis auf ein paar, die ihren Status auf dem Smartphone checken müssen, aber denen ist eh nicht zu helfen). Was für eine Stimme! In der nächsten halben Stunde – Frau Sundfør ist nur Support heute – gibt es einige der neuen Songs, entweder zurückhaltend sanft oder mit Kraft und kräftigem Anschlag vorgetragen. Hervorragend.

Samstag, 07. Mai, Frannz Club

Und nochmal Susanne Sundfør als Support, heute von Thomas Dybdahl (charmant, aber musikalisch weit weniger spannend). Der schöne Frannz Club in der schönen Kulturbrauerei ist schon bei dieser Vorgruppe gut gefüllt, und heute lernen wir sie von einer ganz anderen Seite kennen.

Mit einem Haufen Elektronik, Percussions und zwei Backgroundsängerinnen (insgesamt steht man zu fünft auf der Bühne) und auch optisch in ganz anderem Stil – letztens: fast züchtig, mit schlichtem Jackett, heute: mit ordentlich Make-Up und zurechttoupiertem Haar – kommen die Songs dieses Mal den Albumfassungen deutlich näher. Auch der anwesende Herr Grönemeyer (auf dessen Label das Album erscheinen wird) ist sichtlich angetan. Die stille Brillanz des Titelstücks, die Ohrwurmqualitäten von „Turkish Delight“ oder das elektronische Wunderwerk „It’s All Gone Tomorrow“ – eine fantastische Performance! Und nächstes Mal bitte endlich als Hauptact!

Mehr zum Album in Kürze auf diesem Kanal. Und ein Interview mit der Künstlerin wird es auch noch geben.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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