Nachdem ihnen mit dem neuen Album „Indicator“ bereits der Beweis geglückt ist, dass sie es nicht nur noch „drauf“ haben, sondern dass sie nach wie vor zur absoluten Spitze anspruchsvoller dunkler Musik gehören, zeigen die Herrn Veljanov und Horn auch live immer noch ganz große Klasse.

Der Postbahnhof am Ostbahnhof ist gut gefüllt mit längst nicht mehr nur in Schwarz gewandeten Menschen, die sich auch altersmäßig ziemlich heterogen verteilen. Als Support-Act tritt eine junge Dame namens Vic Anselmo aus Lettland auf, die mit ihrer getragenen Musik zwar nicht direkt die Stimmung anheizt, dafür aber mit ein paar schönen Songs und einer ausgezeichneten Stimme glänzt (und Herrn V. hinsichtlich aufwändiger Frisuren durchaus Konkurrenz bereitet).

Doch dann ist es soweit. Bereits zehn Minuten vor 21 Uhr geht das Licht aus und es folgt eine 130-minütige Zelebration großer Kunst. Verstärkt durch den wie immer wild über die Bühne fegenden Gitarristen Robert Wilcocks und das bestens aufgelegte Streicherduo Ivee Leon und B. Deutung (Btw.: Wir wollen die Inchtabokatables wieder!), zaubert Ernst Horn gewohnt brillante Klänge aus den verschiedenen Tastenapparaturen, während Alexander Veljanov von Anfang an als bestens gelaunter Conferencier durchs Programm führt und – von ein paar Hustern zwischen den Songs abgesehen und trotz leichten Leidens unter den in der Tat recht hohen Temperaturen – mit wie immer glasklarer und herausragender Stimme die Songs trägt.

Der Sound ist hervorragend, die Setlist findet genau die richtige Mischung aus neuen Stücken – von denen es immerhin neun zu hören gibt, darunter echte Höhepunkte wie „Who’ll Save Your World“ und das am Stück gespielte Trio „Gone“, „Immigrant“ und „Europe“ –, alten Lieblingen und Überraschungen.

So wird tatsächlich die ganze Diskographie abgedeckt, was auf der einen Seite dazu führt, dass die letzten beiden Alben „April Skies“ und „White Lies“ nur mit jeweils einer Single dabei sind, doch dafür hört man eben auch Songs von „Kasmodiah“ (gleich drei!), „Winter Fish Testosterone“ oder „Forest Enter Exit“ (die Zugabeneröffnung „Mindmachine“ ist ein Genuss). Ja sogar von „Dark Star“ (dem Album) und dem ’86er Debüt gibt es Stücke, wobei man es sich sogar leisten kann, Favoriten wie „Dark Star“ (den Song) und „Love Me To the End“ wegzulassen, ohne dass jemand wirklich etwas vermissen würde.

Nach weit über zwei Stunden bedankt sich Herr Veljanov bei dem nahezu gesamten Tourtross, auf und vor der Bühne strahlen die dunklen Sterne – und soeben wurden neue Termine für Anfang 2011 angekündigt. Nüscht wie hin!

Die Setlist:

On Your Stage Again
Over And Done
Fighting The Green
Into My Arms
Who‘ ll Save Your World
Where You Are
Gone
Immigrant
Europe
Forest
Six O’Clock
One Night
Blue Heart
Return

Mindmachine
Overpaid

Through The Hall
Colour-ize
Reincarnation

Along Our Road

(Addison)

P.S. Die neuen Tourdaten: 11.02. Bielefeld – 13.02. Krefeld – 15.02. Nürnberg – 16.02. Stuttgart – 17.02. München – 18.02. Dresden – 19.02. Offenbach – 20.02. Ulm – 22.02. Wien – 23.02. Zürich – 24.02. Karlsruhe – 25.02. Kaiserslautern – 26.02. Wilhelmshaven – 27.02. Kassel

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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4
Kommentare

  1. 13.11.2010 - 23:12 Uhr

    @Lisa Auf jeden Fall musst Du ein Konzert von Deine Lakaien besuchen. Vic Anselmo wird Dir mit Sicherheit auch sehr gut gefallen. Grüsse

  2. XXX
    3
    12.11.2010 - 15:18 Uhr

    Hallo Lisa,
    auf dieses Revival solltest du auf gar keinen Fall verzichten. Es lohnt sich und die neue Platte ist es auf jeden Fall wert gehört zu werden.

    Es grüßt dich

    XXX

  3. Lisa
    2
    12.11.2010 - 14:43 Uhr

    ich hab sie sooo lang nicht mehr gesehen dafür aber früher sehr häufig .. liegt einfach an einer anderen musikalischen Orientierung in den letzten vielen Jahren aber irgendwie bin ich gerade heiß auf ein persönliches Revival .. hört sich gut an :)

  4. XXX
    1
    12.11.2010 - 1:21 Uhr

    Es war ein wunderbares Konzert mit allem was man sich von dieser Ausnahmeband nur hätte wünschen können. Sollten sie sich für ein weiteres Konzert in Berlin entscheiden, welches nicht nur ich mir wünschen würde, wäre ich mit absoluter Sicherheit ein zweites Mal dabei.

    Vielen Dank „Deine Lakaien“ für diesen tollen und sehr entspannten Abend.

    XXX