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Die ersten beiden Alben liefen hierzulande noch ein wenig unter dem Radar durch. Letztes Jahr als Support der Gorillaz (auf Platte und Tour) wurde aus dem „Kann man mal reinhören.“ aber schon ein „Klasse, wann kommt denn was Neues von denen?!“ Hier ist es nun, und es ist eindeutig als bisheriges Karrierehighlight zu bezeichnen. Eleganter Electropop mit einer Prise Soul und jeder Menge Originalität.

Little Dragon, das sind drei Herren (Erik Bodin, Hakan Wirenstrand und Fredrick Källgren) aus dem tiefsten Schweden sowie eine Dame namens Yukimi Nagano, auch aus Schweden, aber darüber hinaus mit japanischen Wurzeln. 2007 gab es das selbstbetitelte Debüt, dessen „Twice“ es bereits u.a. zur Verwendung in „Grey’s Anatomy“ schaffte. Auch das zweite Album „Machine Dreams“ erfreute sich allgemeinen Lobes, und so wurden u.a. Andrew Sitek von TV On The Radio (der gleich Unterstützung für sein Soloalbum bekam) und Damon Albarn (der die Band wie erwähnt zum Support ernannte und sie auch an zwei Songs des letzten Gorillaz-Albums mitarbeiten ließ) zu Fans.

Nun folgt die „Ritual Union“, die sämtliche Stärken der Band kompakt ballt. Als da wären: Ein Händchen für warmen, gefühlvollen Electropop, gelegentliche überraschende Soundexperimente und diese markante, seelenvolle Stimme Naganos, die kraftvoll und samtweich zugleich klingen kann.

Das Tempo wird dabei auf diesem Album etwas angezogen, wobei Little Dragon jedoch weiterhin einen sehr entspannten Eindruck verbreiten. Gleich der eröffnende Titelsong verquickt starkes Songwriting mit ein wenig Soul und auf den Punkt gebrachter Elektronik. Danach landet „Little Man“ in unter drei Minuten einen von einem blubbernden Synthie angetriebenen Ohrwurm. „Brush the Heat“ lässt dagegen allerlei eigenartige Töne im Hintergrund vor sich hin fiepsen und ist trotzdem eingängig.

Shuffle A Dream“ ist dann gleich der nächste kurz-knackige Synthiehit, und das sehnsüchtige „Please Turn“ steht dem nicht nach. Man staunt, wie schnell die Stücke zur Sache kommen – wenn man die Band live erlebt, ist das ganz anders. Da werden die Songs gemächlich aufgebaut und irgendwie stets eher in ihrer Maxiversion zelebriert.

Doch wir hatten ja erst die Hälfte von „Ritual Union“. Denn so ca. ab dem verträumten „Crystalfilm“ lässt man die Stücke gern ein wenig ausfasern. Die Hits wurden geliefert, nun konzentriert sich die Drachentruppe auf Atmosphäre, und auch das gelingt bestens. „Precious“ packt urplötzlich Dubstep-Rhythmen aus, „Nightlight“ groovt ganz eigenartig dahin, und danach lässt man es so richtig in Freistil übergehen, bevor das minimalistische „Seconds“ zum Schluss die Pferde wieder einfängt.

Little Dragon sind auf dem besten Weg, größeres Feuer zu spucken. Und das bislang ohne Kompromisse und mit einem ganz eigenen Stil. Album des Monats!

(Addison)

P.S. Live hier: 31.10. München, 01.11. Köln, 02.11. Berlin, 08.11. Hamburg


http://vimeo.com/21336663

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Kris B.
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    10.8.2011 - 11:07 Uhr

    der Track ist sehr schön im Tensnake Remix..
    Little Dragon gefallen. Da geht mehr bei den Leuten!