Da hat er recht

Liam Gallagher (Foto: Alexander Frick, Wikipedia)Wenn Depeche Mode durch Großbritannien touren, dann sollten ihre Konzerte eigentlich in jeder Hinsicht Heimspiele sein. Doch ausgerechnet das Heimatland der Basildon-Boys hat so seine liebe Mühe, die herausragende musikalische Lebensleistung der Band zu honorieren.

Die totale Blamage fuhr sich die britische Musikindustrie vor drei Jahren ein, als die Verantwortlichen der Brit Awards kurzerhand den Preis für das Lebenswerk aus dem Programm nahmen – nachdem zuvor hunderte Fans über Wochen auf der Facebook-Seite des Brits genau diese Auszeichnung zum 30. Bandjubiläum für Depeche Mode eingefordert hatten. Ein Preis übrigens, der einige Jahre zuvor allen Ernstes der Retortencombo Spice Girls für sagenhafte drei Studioalben verliehen wurde.

Musikalische Anerkennung erhielten Depeche Mode dagegen immer wieder von zahlreichen Musikerkollegen. Gefühlt sind gerade in den letzten Jahren immer mehr Künstler dazu gekommen, die Depeche Mode als Vorbild sehen, zu ihren Einflüssen zählen oder die Leistung der Band anerkennen. Vielleicht sollten wir einmal eine Liste zusammen stellen, sie würde sehr lang werden.

Seit dieser Woche gehört auch Liam Gallagher – ehemals Oasis, jetzt Beady Eye – zu den öffentlichen Bewunderern. Auf Twitter hinterließ er diese Nachricht:

Gallagher ist gerade mit seiner Band Beady Eye auf Tour. Wie es der Zufall will, spielten Beady Eye in Dublin, Glasgow und Leeds jeweils einen Abend vor Depeche Mode. Vermutlich hat Gallagher dabei die Gelegenheit genutzt, um einen Auftritt von Depeche Mode zu besuchen.

(Foto: Alexander Frick, Wikipedia)

 Sven Plaggemeier
Sven ist Gründer und Betreiber von depechemode.de. In seinem Hauptberuf arbeitet er zurzeit als Online-Projektmanager, Social Median und Online-Redakteur. Du kannst Sven bei Facebook, Xing und LinkedIn treffen.

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40
Kommentare

  1. Demo
    40
    18.12.2013 - 18:31 Uhr

    Pink Floyd – Crumbling Land …. Depeche Mode? Lach weg!

  2. Demo
    39
    18.12.2013 - 18:28 Uhr

    Mich nervt es grundsätzlich, dass im Zeitplan nach den 80ern und New Wave immer mehr Man muss mal dabei gewesen sein Fans aufspringen und immer irgendwie etwas aus ihrer Sicht ganz wichtiges bei DM zu erkennen. Beatles, Pink Floyd etc. waren irgendwie geil, doch aus einer anderen Äre und hättest du in den frühen 80ern Depeche Mode gefragt, ob sie sich mit diesen Gruppen identifizieren, hätten sie gelacht!

    80er waren cool, Spät70er u. 80er New Wave war cool und eine eigentständige Sache! Wo sind denn heute die 60er, 70er oder 90er Partys?

  3. Demo
    38
    18.12.2013 - 18:24 Uhr

    Auch hier wieder falsch! New Romantic war eher eine Mode-Erscheinung innerhalb des britischen New Wave! Es gab Bands, die haben Synth gemacht, andere wiederum reinen New Wave-Pop, New Jazz Pop usw. Ich würde sagen, New Romantic war outfit-mäßig die extreme Seite des New Wave!

    Pink Floyd und DM sehe ich überhaupt nicht zusammen, aber gut! Kraftwerk in vielen Punkten schon eher! Depeche Mode haben damals das gemacht, was halt angesagt war, im Zeitalter von New Wave! Synthie-Pop!

  4. Demo
    37
    18.12.2013 - 18:18 Uhr

    T.M.F.K.A.D.B.

    Natürlich definierte sich New Wave und vor allem New Romantic in der Regel auch über eben Styling und somit auch gut geschnittene Haare!

    Und zum Thema Punk, Ramones waren eine Ausnahme, ansonsten hatten auch die 77er Ur-Punks von den Pistols bis hin zu den Clash eher kurze Haare! Man hatte einfach keinen Bock mehr auf diesen Hippie-Zottel-Look!

    Natürlich definiert man Musik nicht nur über die Haare, durchaus aber über das Outfit, doch das ist für dich jetzt wieder zu hoch!

    Zu Synth… ja klar, wir könnten auch noch etwas weiter gehen, wann wurden die ersten Klangtöne aus einem Gerät erzeugt. Natürlich war der eigentliche, klassisiche Synthie-Pop in den frühen 80’s zu Hause und genau darum geht es! !

    PS. Ich fand die Ramones schon immer ***! Sex Pistols, Clash, Banshees und Co. bildeten immer den Kern des originalen unverkennbaren britischen Punk, u. a. auch wegen ihrem damals schockierenden Look!

  5. T.M.F.K.A.D.B.
    36
    17.11.2013 - 11:27 Uhr

    @Mike35
    Da blickst Du jetzt aber sehr pessimistisch in die Gegenwart.
    Die Musikszene insgesamt ist anno 2013 doch viel mehr Indie als in den Jahrzehnten davor.
    Die Tonträgerbranche ist doch auch längst keine Industrie mehr. Bis zur Jahrtausendwende ist sie das ja noch gewesen, wenn man sich da die teilweise gigantischen Verkaufszahlen im Vergleich zu jetzt so ansieht. Aktuell besteht die Mainstream-„Musikindustrie“ doch aber eher aus irgendwelchen Mobilfunk-Konzernen, die ihre 99 Cent MP3-Dateien möglichst weltweit raushauen, um damit eigentlich ihre tollen, schicken Smartphones (plus stasimäßiger NSA/GCHQ/BND-App) verkaufen zu wollen.
    Außerdem werden Kids/Teens doch auch nicht dazu gezwungen, sich bunte TV-Popshows mit (N)one-Hit-Wonder-Retorten anzusehen. Deren MP3 müssen sie auch nicht kaufen, weil es sonst nichts anderes gibt.

    Es gab Ende der 70er/Anfang der 80er auch Synthpunk (Bands wie Suicide oder Futurisk), das wird von Elektropop-Puristen heute immer vergessen.
    Letztlich ist Daniel Miller’s Projekt The Normal ja auch Punk mit Synthesizern (vielleicht sogar schon Industrial) gewesen. Die Übergänge von Punk, Wave und (New Romatic-) Synthpop sind da wohl eher fließend gewesen.
    Eine Band wie Soft Cell etwa, die anno jetzt eher als klassisches Synthpop-Duo gesehen wird, hatte ja auch mehr Elemente von Punk, Rockabilly oder auch R&B (Motown) in ihren Songs als typische 80s-(Synthi-)Pop-Stilmittel.
    Was Pop genau sein soll, weiß ja soundso eh niemand…

    Suicide / Ghost Rider
    http://www.youtube.com/watch?v=Dn7SBQ6X5HU
    Futurisk / Army now
    http://www.youtube.com/watch?v=yiy9eOrifS8
    The Normal / T.V.O.D.
    http://www.youtube.com/watch?v=5-Yyifc6NgI
    Soft Cell / Ghost Rider (1983, Suicide-Cover)
    http://www.youtube.com/watch?v=DJ6_gQ8QGJ0
    Soft Cell / Heat
    http://www.youtube.com/watch?v=-bQeyKB-bA0
    Soft Cell / Soul Inside
    http://www.youtube.com/watch?v=I19eMAfnoJY

  6. Mike ( aus Ns )
    35
    16.11.2013 - 20:19 Uhr

    Naja, die elektronische Musik war damals die Gegenbewegung zum Punk! Das war die New Romantics-Ära die ca. ende 1982 wieder out war. DM wollten aber niemals in diese Schublade gesteckt werden! Die frühen Pink Floyd empfinde ich Aufgrund des musikalischen, experimentellen Charakters eher mit DM verbunden als Kraftwerk. Die Floyds haben ja auch Töne verfremdet und auch mit elektronischen Spielereien gearbeitet und das 1969. Ich finde den floydschen Film „Live at Pompeii“ von 1972 sehr interessant! Aber die Einflüsse von Kraftwerk sind natürlich unüberhörbar! Die „Beatles“ haben bereits 1968 mit „Helter Skelter“ vom „White Album“ den Grundstein für den Punk geliefert! In den späten 60er bis in die frühen 70ern wurde ein Meisterwerk nach dem anderen veröffentlicht! Werke, die auch noch in vielen Jahren als „Klassiker“ angesehen werden. Diese Alben sind aus meiner Sicht um Lichtjahre interessanter und experimenteller wie die Alben der 80er, 90er, oder heute! Heute wird nur noch schnell produzierten Bohlen-Pop auf den Markt geschmissen. Die Hörer werden von der Musikindustrie dazu trainiert, diese Musik zu konsumieren, denn das spart Kosten und die Suche nach wirklich guten Musikern fällt weg. Man braucht kein Instrument zu beherrschen, denn das Aussehen ist Talent genug! DM ist da einer der ganz wenigen Ausnahmen.

  7. T.M.F.K.A.D.B.
    34
    16.11.2013 - 15:51 Uhr

    @DM&Hurts 32-33
    „besonderes Markenzeichen von Punk und NewWave waren die kurzen Haare“

    hääää..?? Demzufolge dürften z.B. die Ramones ja niemals eine echte Punkband gewesen sein, oder?
    Wie Du das machst, weiß ich nicht: ich urteile über gute & schlechte Musik, indem ich mir Songs anhöre. Wenn ich mir nur Fotos ansehen würde, um Bands gut zu finden, hätte ich bestimmt viele Scheißplatten/-CDs im Regal.

    Ramones / Somebody put something in my drink
    http://www.youtube.com/watch?v=nRDcpvpWneM
    ———
    zu „Ur-Ding für Synth“

    Eigentlich sollte man da dann noch viel weiter zurückgehen. Kennst Du Oskar Sala? Der hat als Student in den späten 1920er Jahren in Berlin zusammen mit Paul Hindemith und Friedrich Trautwein das Trautonium, so eine Art Ur-Synth, entwickelt.
    Er ist damit in den 30er Jahren auch in Europa auf Tour gegangen. Musik mit Hilfe elektronischer Klangerzeugung ist natürlich damals eine noch größere Sensation als später in den 60er,70er,80er-Jahren gewesen. Damals wurde von Telefunken auch das sogenannte „Volkstrautonium“ [sorry, ich kann für den Namen nix] hergestellt. Das ist so etwas wie der „Mini-Moog der Vor-/Kriegsgeneration“ gewesen. Die bekannteste Arbeit von Sala ist die Filmmusik zum Hitchcock-Film „Die Vögel“.

    http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_trautonium_ela_t_42_t42vo.html
    http://www.youtube.com/watch?v=uaWrdbvhg1Q

  8. DM & Hurts
    33
    16.11.2013 - 13:17 Uhr

    Dave in den frühen 90ern, das war so eine Sache, davon hat er sich ja distanziert!

    Lange Haare und Depeche oder 80er NewWave allgemein passt halt nicht.

    Ein besonderes Markenzeichen von Punk und NewWave waren die kurzen Haare, die sich vom damaligen Mainstream in den späten 70ern absetzten und einfach ein Bestandteil von Synth-Pop und Wave in den 80ern waren und sind!

    Natürlich gab es auch in den 80ern Bands, die mal mit gepflegt und gut geschnittenen längeren Haaren von Platte zu Platte aufwarteten, sihe mal Wham 1984 oder Duran Duran 1984 und Hutch von INXS, doch das war irgendwie anders als diese langhaarig bärtigen Freaks aus den 70ern und späten 60ern! Die sahen halt öde aus und ihre nervigen Rock-Dinger ebenfalls.

    Ich mag aus den 70ern eigentlich nur ELO, Supertramp, Sweet, T-Rex etc. die waren modisch abartig, haben aber echt tolle Songs gemacht! Aus den 60ern fand ich eigentlich nur die Stones, Beatles gut, aber auch die waren modisch na ja…

  9. DM & Hurts
    32
    16.11.2013 - 13:13 Uhr

    @Mike

    Die späten 60er nun als Ur-Ding für Synth, NewWave etc. zu sehen… na ja! Kraftwerk 1969 haben echt nicht viel mit Kraftwerk der 70er zu tun! Songs wie Autobahn, ca. 1974 sind eher die Wiege für Synth!

    Dave Gahan hatte schon viele Vorbilder, genau wie Gore! In den 80ern waren es die Sex Pistols und 77er Punk, Kraftwerk, Bowie, Bryan Ferry, Roxy Music und T-Rex…

    Grundsätzlich darf man getrost den 77er Punk als Wiege für NewWave und somit Depeche Mode nehmen! Led Zeppelin… na ja… passt irgendwie überhaupt nicht zu Mode oder Gore, hört sich natürlich aber gut an!

  10. Mike ( aus NS )
    31
    16.11.2013 - 10:07 Uhr

    Die späten 60er waren musikalisch schon echt ne starke Zeit! Ohne die Vorlagen von „Kraftwerk“ oder „Pink Floyd“ würde es DM in dieser Form heute wahrscheinlich nicht geben! Auch „The Cure“ wäre ohne die Vorlagen von Floyd ( Ummagumma 1969 ) undenkbar. Dave hatte in den 90ern aber auch Zotteln, dabei waren sie aber völlig fettfrei. Das kann man von den 60er-Stars nicht immer unbedingt behaupten : ) : ) Dave stand ja in den 90ern auf Grunge und so. Ich glaube, Bowie war sein Ding in den 80ern? Martin fährt richtig auf „Led Zeppelin“ ab!