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Na, das war ja mal eine schwere Geburt! Nach einem Erfolgsdebüt (überall woanders, hierzulande verpennte die Hörerschaft das mal wieder) etwas zumindest Gleichwertiges nachzulegen, kann schon einmal Beklemmung (in english: anxiety) auslösen. Doch nach langem Aufnahmeprozess mit vielen gesundheitsförderlichen Pausen hat Phillipa Brown es nun doch geschafft. Aber klappt das auch mit der Gleichwertigkeit?

Die Neuseeländerin, die irgendwie alle nur Pip nennen, gehörte vor knapp vier Jahren zu einer Welle von Künstlerinnen, denen es gelang, den guten alten 80er-Synthie-Sound frisch klingen zu lassen. Siehe auch: La Roux, Little Boots (in beiden Fällen warten wir übrigens gespannt auf Album Nr. 2). Auf ihrem Debüt „Ladyhawke“ sammelten sich wunderbare Hits wie „My Delirium“, „Back Of The Van“ oder „Paris Is Burning“, irgendwo zwischen Gary Numan und Kim Wilde. Schimmernde Synthies und eine Spur Rockschmutz.

Jener Rock ist nun auf dem Nachfolger ein großes Stück nach vorne gerückt, und das wird nicht jedem schmecken. Aber Pip Brown ist nun mal mit den Smashing Pumpkins, Nirvana oder gar Metallica aufgewachsen, wie sie sagt, und hat ihre musikalischen Anfänge auch als Gitarristin. In den anderthalb Jahren, die sie mit ihrem bewährten Produzenten Pascal Gabriel an „Anxiety“ gearbeitet hat, kristallisierte sich immer mehr heraus, dass man verstärkt in diese Richtung gehen würde.

Das Gute daran ist, dass niemand dem Album vorwerfen können wird, man ruhe sich auf Bewährtem aus und gehe auf Nummer Sicher. Und den Synthiefans sei zur Beruhigung gesagt: Das ist mitnichten eine richtige Rockscheibe, da schwirrt immer noch jede Menge Elektronik durch den Äther. Nur liegen über alldem oft eine Menge Gitarrenspuren, manchmal vielleicht zu viele.

So braucht es etwas, bis sich die Hits herausschälen. Doch dann wippt man mit beim Glam von Opener „Girl Like Me“ und Closer „Gone Gone Gone“, erkennt die schönen Synthesizermelodien in „Sunday Drive“ und dem Titeltrack, lässt sich vom simplen Refrain von „Blue Eyes“ einfangen oder vom Beat in „The Quick & The Dead“ mitreißen. Und genießt die Epik von „Cellophane“.

Das schwierige zweite Album mal wieder. Kann mit den Highlights des Debüts nicht ganz mithalten, das ist ja oft so. Aber es wurde mutig an Weiterentwicklung gearbeitet und ist als Album in sich sogar geschlossener als der Vorgänger. Dafür gebührt der Künstlerin Lob und Respekt.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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