audiolith_tenHey, was ist los, 2013? Ständig feiern spannende Plattenlabels irgendwelche Jubiläen. Auch die schrägen Vögel von Audiolith waren darunter. Zehn Jahre – Glückwunsch! Zeit für ein kleines Labelspecial mit dem Jubiläumssampler, den neuesten Audiolith-Alben von den Captains Capa und Gips und einem Hinweis zu Ira Atari.

Audiolith, die Hamburger Bande um Lars Lewerenz, hat sich in den letzten zehn Jahren einen saftigen Ruf erspielt. Zwischen fuchsteufelsfeierwild und politisch engagiert, zwischen Electro-Pop, Electro-Punk, Indie-Rock und „echtem“ Punk und mit einigen Erfolgsgeschichten wie Frittenbude, Egotronic, Bratze und anderen.

Zum Jubiläum gehört natürlich auch ein entsprechender Sampler, hier heißt er „Ten Years From Now (Still Doin‘ Our Thing #3)“. Eine vollgepackte Doppel-CD (oder Doppel-LP für die Vinyl-Aficionados hier), die auf Tonträger 1 alle wichtigen Labelkünstler mit 18 neuen Stücken versammelt und auf CD/LP 2 dann noch zwölf Stücke im Stiff Little Spinners Mix von Kalipo dazupackt.

Zu den oben bereits Genannten kommen also Captain Capa (mehr dazu unten), Ira Atari, ClickClickDecker, Tubbe, Supershirt und viele weitere bis hin zu den ausnahmsweise mal zahmen Feine Sahne Fischfilet. Die ganze Labelspannweite wird dabei bestens abgedeckt. Ein überaus hochwertiges Hörvergnügen also.

cpt_capa_foxesNun noch ein paar Details zu weiteren aktuellen Scheiben: Zunächst Captain Capa. Das heißt, wir springen von Hamburg nach Bad Frankenhausen in Thüringen. Dort können sich Maik Biermann und Hannes Naumann zwischen ausgiebigen Touren rund um die Welt so richtig die provinzielle Ruhe geben, die man ja zur Energierückgewinnung durchaus mal nötig haben kann.

Auf ihrem dritten Album „Foxes“ haben die beiden nun endgültig den Synthesizer zum König erklärt und frönen dem nach vorne gehenden und ohne Umschweife auf Hit und Tanzbarkeit zielenden Electropop. Da wird fast durchgehend Gas gegeben und dem bollernden Beat Freilauf gelassen, ruhige Momente wie das schöne „Vienna“ (nein, keine Coverversion) sind selten.

Manchmal fehlt es zwar an Subtilität, ist es zu sehr Electro-Emo oder wäre weniger Autotune-Effekt (selbst wenn er ohne Hilfsmittel imitiert wird) besser gewesen, doch alles in allem überwiegen die positiven Momente und die guten Stücke wie „Ghosts“, „As Far As It Goes“, „Foxes“ oder „Wittgensteins Monster“ (mit Strizi Hasselhoff alias Johannes von Frittenbude). Eingängig, tanzbar und ja, massentauglich.

cpt_gips_meilenNun noch kurz zu einem anderen Kapitän. Captain Gips nämlich. Womit wir – huch! – im Deutschrap gelandet wären (das gibt wieder Ärger!). Doch mit einem so großartigen Albumtitel wie „20.000 Meilen unter dem Yeah“ hat der Hamburger sich das auch verdient. Zumal die Textsalven in satten Electro-Sounds verpackt sind und damit doch ein paar Leser hier interessieren könnten. Das hat mehr Groove als so manche Popscheibe. Dazu hat der Bursche einen wirklich lässigen Flow und zum Glück kaum Bedarf für die üblichen Posersprüche.

Wobei, Sprüche gibt es hier schon, reichlich sogar. Aber die haben Witz und Hirn, meistens jedenfalls. Okay, es mag nicht jedem passen, dass die Tracks oft recht plötzlich zwischen Spaß (Party, Kumpels, Liebe und so) und Ernst (einiges Treffendes zum Thema Gesellschaft und Politik) wechseln, aber soll sich doch jeder sein Zeug rauspicken! Und so eine herrliche Szeneparodie wie „Sandkastenbusiness“ muss man erstmal hinbekommen. Daumen hoch!

ira_atari_wishIn einem der besten Tracks („Dance In The Rain“) ist dort übrigens Ira Atari zu Gast. Und die wollten wir ja sowieso noch extra erwähnen. Leider müssen wir auf den Nachfolger zum schönen Albumdebüt „Shift“ noch warten, aber immerhin gab es 2013 außer diversen Gastauftritten zwei neue Songs.

Und sowohl „Leave It“ (auf obigem Sampler enthalten) als auch „Wish I Had“ (als Single veröffentlicht) deuten an, dass es auf Album Nummer Zwo (grob für kommendes Jahr angepeilt) deutlich (electro-)poppiger als bisher zugehen dürfte. Echte Ohrwurmqualitäten mit ziemlichem 80er-Einschlag! Dranbleiben!

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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