Für Kurz-Sightseeing war in Paris noch Zeit: Moulin Rouge.
Für Kurz-Sightseeing war in Paris noch Zeit: Moulin Rouge.

Bevor wir von Wien aus nach Paris gefahren sind und der Sackkarre noch einmal gewunken haben, hatten wir in Wien sogar fast einen ganzen Tag Freizeit. Mit kurzen Regenhuschen empfing uns der Off-Day, aber hey, davon lässt sich doch niemand die Laune vermiesen. Mit Tourmanager und Soundtechniker im Gepäck ging es einmal quer durch die Stadt zum Friseur, in ein Wiener Kaffeehaus und schließlich zurück zum Bus um nach Frankreich zu reisen. Meine Postkartensuche habe ich auch in Wien fortgesetzt und an die Daheimgebliebenen einmal Sissi im Miniformat verschickt. Ganz ehrlich, die Postkarten mit den Stadtansichten fand ich einfach nicht hübsch genug.

In Paris hieß es dann „Bitte schnell ausladen“, wir befanden uns an einer Art Hauptstraße mit unzähligen Musikbedarfsläden in den Seitenstraßen und dem Moulin Rouge, sowie unzähligen Sexshops um die Ecke. Das „Divan du Monde“ ist eigentlich ein altes Theater und versprühte auch genau diesen Charme. Ein bisschen in die Jahre gekommen, alte Tapeten, ein verwinkeltes kleines Treppenhaus, Dielenboden und ein wundervolles Eisengeländer hätten uns mit Sicherheit viele Geschichten aus den vergangenen Jahren erzählen können, doch es blieb irgenwie wenig Zeit zum zuhören.

Nachdem alle heraus gefunden hatten, wie man das Wifi-Passwort nun korrekt eintippt, Jürgen dann auch mit fliessendem Internet versorgt war, um noch ein paar Files zu verschicken und auf der Bühne alles aufgebaut war, machte ich mich wiederum mit unserem Soundtechniker und unserem Tourmanager auf den Weg durch die Nebenstraßen. Vorbei an unzähligen Gitarrenshops, Fensterscheiben die den Blick auf verschiedene Synthesizer freigaben und führte uns der Weg vorbei an kunterbunten Sexshops zum Moulin Rouge, um das obligatorische Touri-Foto zu machen. Unser Soundtechniker wollte dann am liebsten einen der Musikläden nicht mehr verlassen, musste er aber, sonst wäre die Show wohl ins Wasser gefallen.

Wie jeden Abend begann Janosch Moldau mit Ersatz-Keyboarder Ludwig im Gepäck die Show. Gefolgt von einem Ansturm an dessen Merchandise-Stand. Gefolgt von den Red Paintings gingen dann Die Krupps schließlich auf die Bühne und brachten das Pariser Publikum ordentlich zum Tanzen. Hardcore-Fan Melli war übrigens auch wieder anwesend und verstrickte Keyboarder Ludwig schließlich in ein Gespräch über diverse Szenebands. Ich glaube sonderlich viel verstanden hat er nicht, um wen es da ging, aber sei es drum. Irgendwie war er an diesem Abend sehr gesprächsbegehrt, denn auch eine Pariserin unterhielt sich sehr lange mit ihm.

Paris war dann der Meinung uns mit Regen verabschieden zu müssen und so parkten wir einen über die Espressopreise meckernden Janosch Moldau (der übrigens auch wiederholte, dass der Espresso nicht wie in Bologna schmecken würde) in dem Kaffee um die Ecke während die Crew das Equipment durch den Regen zottelte. Da trafen zwei Faktoren aufeinander, die sich nicht unbedingt begünstigten: Regen und die Tatsache, dass der Bus viel zu spät dran war und wiederum an dieser Straßenecke beim Halten den Verkehr behinderte. Janosch hatte sich dann irgendwann ausgeschimpft über den Pariser Espresso und die Tatsache, dass er am Abend wesentlich mehr kosten würde als tagsüber und lud seinen Koffer dann auch in den Bus und ging schlafen. Genau wie der Rest der „Besatzung“. Besatzung trifft es eigentlich auch ganz gut, denn es lag eine kurze Nacht und der Weg nach London vor uns. Im Regen, was sonst?

Weitere Bilder gibt es auf Instagram zu sehen.

 Josie Leopold
Ich bin die kleine Schnatterschnute vom Dienst: bunt, glitzernd, voller verrückter Ideen. Wenn ich nicht gerade Interviews führe, Beiträge verfasse oder versuche Wordpress davon zu überzeugen doch bitte nett mit mir zu sein, versuche ich die Welt ein bisschen besser und bunter zu machen.

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