Konzertbericht

Foto: Susanne Neumann

Von Susanne Neumann – Freie Redakteurin

Vier Tage lang hielten die legendären Kraftwerker Hof in der charmanten Essener Lichtburg und beehrten das Publikum mit täglich zwei Shows. Zur klassischen 20:00 Uhr Vorstellung wurde eine weltstädtische 23:59 Uhr Veranstaltung gegeben. Unglaublich was im Ruhrgebiet geht, wenn die Ikonen zu ihrer Performance rufen.
Sympathie vorweg, die Konzertkarten wurden über die online-Ticketvermarktung „tickets.de“ gesteuert, was durch die Personifizierung der Tickets einen Second-Hand Handel weitestgehend unterbindet.

Techno, Pop und Trip-Hop, seit der 70er Jahre gelten Kraftwerk als Referenz verschiedenster Musikstile. Sie bezeichnen ihr Genre selbst als „Robot Pop“ und gelten als Ursprung der minimalistischen elektronischen Rhythmen und für jede Form der Popkultur die folgte.

Ralf Hütter, das letzte Gründungsmitglied und Mastermind von Kraftwerk, betrat mit seinen Akteuren – Fritz Hilpert, Henning Schmitz und Falk Grieffenhagen – pünktlich um 23:59 Uhr die Bühne. Was dann folgte ist kaum in Worte zu fassen. Kraftwerk fackelte einen fast nahtlosen Querschnitt seines Schaffenswerkes in Kombination mit stilgerechter 3D Performance ab. Highlights des Katalogs – Radio-Aktivität, Trans Europa Express, Computerwelt, Autobahn, Tour de France, The Mix – boten Stoff für 90 Minuten mitreißende intelligente Show.

Das Zugabe Set begann ohne die Kraftwerk Performer, aber mit den legendären Kraftwerk Schaufensterpuppen auf der Bühne und dem damit verbundenen Album „Die Mensch-Maschine“. Um ihre Maschinenhaftigkeit zu betonen ließen Kraftwerk 1978 Schaufensterpuppen von sich anfertigen, die nicht nur ihre Schöpfer auf der Bühne ersetzten, sondern auch amüsanter Weise für manchen Journalisten zum Interviewpartner wurden. Damit schürten sie erfolgreich die Überblendung zwischen Puppen und Menschen. Als Finale wurde „Musique Non-Stop“ geboten und die Akteure verbeugten sich einzeln am Bühnenrand bevor das dunkle OFF sie verschlang. Ralf Hütter wurde nach diesen zwei Stunden selbstverständlich mit tosendem Applaus vom sichtlich glücklichen Publikum entlassen.

Resümee auf den Punkt gebracht: Die Kraftwerk 3D-Performance ist ein Must-have für jeden Konzertbesucher der Genießer des Elektro-Pop Genre ist. Auf www.kraftwerk.com kann man die never ending Tour verfolgen – tun Sie es!

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Kommentare

  1. Daniel 101
    7
    7.12.2015 - 0:53 Uhr

    Jahrhunderhalle Frankfurt

    Also ich war am 01.12. in der Jahrhunderthalle in Frankfurt dabei. Ich war einer der ersten die vor der Halle standen und somit bekam ich auch den besten Platz in der ersten Reihe mittig. Auch in Frankfurt ließ der Sound zu wünschen übrig. Erst bei Radioaktivität kam der volle Sound rüber. Ich fand die PA viel zu liese das war letztes Jahr im Karlsruher ZKM ganz anders. Aber dafür hatten sie diesmal die Schaufensterpuppen in der Zugabe dabei die gab es in Karlsruhe nicht. Trotzdem war es mal wieder spitze gewesen.

  2. ricardo
    6
    30.11.2015 - 12:27 Uhr

    Gestern

    War gestern in Stuttgart. Der Sound war enttäuschend! Der war letztes Jahr in Karlsruhe besser!

  3. Lockenkopf
    5
    28.11.2015 - 14:09 Uhr

    Ich habe sie am 26.11. im Palladium gesehen und bin immer noch begeistert. Mein letzte Mal war 1991 in Düsseldorf zur The Mix Tour. Ich muss allerdings auch eine Lanze für den „jungen“ Neuankömmling Falk Grieffenhagen brechen. Er schafft es auf der Bühne den Robotermythos am besten umzusetzen und wippt bei seiner Performance am wenigsten bis garnicht mit den Füssen oder Beinen. War schon imposant, wie er es schaft über mehrere Minuten starr, das Gewicht gleichmässig auf beiden Beinen verteilt zu stehen und nur seine iPads zu bedienen und gelegentlich mal den Kopf roboterhaft zur Seite zu drehen, während die anderen 3 kontinuierlich mit dem Bein wippten oder von einem Fuß auf den anderen wechselten, was ja nur „menschlich“ ist. :)

  4. Tschingtschangtschung
    4
    27.11.2015 - 9:58 Uhr

    ...

    Kraftwerk in Ehren, ich durfte sie kürzlich zum wiederholten Male Live erleben.

    Eine Anmerkung: finde es interessant, dass hier über Enya, Ellie Goulding und Kylie geschrieben wird, aber die Tatsache, dass The Cure nächstes Jahr erstmals sei 2008 eine grössere Europa-Tour machen und vermutlich sogar ein neues Album herausbringen, findet nicht mal in einer Randnotiz Erwähnung….

  5. dirkmichael
    3
    26.11.2015 - 15:40 Uhr

    Die beste und einflussreichste Deutsche Band aller Zeiten. Punkt!
    Im Ausland DEUTLICH angesehener als bei uns in der Heimat – leider!
    Da wird nichts aus dem Amiland nachgeäfft, sondern da wurden DORT durch Kraftwerk Trends wie House, Robot-/Breakdance und auch bei uns die Neue Deutsche Welle oder auch Techno/Trance GESETZT!
    Schade nur, dass nur noch Ralf Hütter aus der original Besetzung von damals übrig ist. Hätte man zumindest Karl Bartos nicht mal fragen können nach dem Ausstieg von Florian Schneider? Ich hätte es mir gewünscht.
    Einfach mal die alten Mitglieder abwechselnd ein Jahr lang wieder ranlassen, Herr Hütter! Würde mich freuen 1:-)

  6. sträwkcür
    2
    25.11.2015 - 21:50 Uhr

    Heut´ noch so ein skurrile Meldung ü. Rechtsstreit vorm BundsVerfGericht gelesen - ich mach mir da meinen eigenen Reim...

    die Performance im ZKM Karlsruhe wäre bestimmt auch eine Veröffentlichung wert <3

  7. Christoph
    1
    25.11.2015 - 21:18 Uhr

    Referenz-Bericht

    Liebe Suse Neumann,

    mit diesem Konzert-Review hast Du definitiv meinen Elektro- musikalischen Speichelfluss angeregt. Vielen Dank dafür!

    Christoph

    • dirk
      1.1
      26.11.2015 - 13:18 Uhr

      musik nonstop techno pop boing bum scha ich hoffe das bald eine neue dvd von krafterwerk herausgebracth wird