kleerup Endlich mal wirklich gute Bügelelektronik! Sorry, das könnte jetzt abwertend klingen. Ist aber gar nicht so gemeint. Was die Herren Schiller und Van Dyk können, kann dieser Schwede auch. Und er kann es besser.

Andreas Kleerup, da fragen sich wohl erst einmal viele: Wer ist das? Man muss aber nur einen Song nennen, nämlich „With Every Heartbeat“, den er zusammen mit Robyn aufnahm und der weltweit ein (verdienter) Hit wurde. Dieses unverschämt eingängige Stückchen Popmusik ist auf Kleerups Debütalbum nun auch vertreten, zusammen mit 13 weiteren Nummern, die sich gekonnt zwischen chilliger und dancelastiger Elektronik bewegen.

Schöne, sanfte Flächen dominieren, gelegentlich fließt etwas House ins Haus. Dabei gibt es auf der Hälfte der Stücke Gesang, während der Rest instrumental bleibt. Das eine oder andere instrumentale Stück hätte sicher den einen oder anderen spannungssteigernden Moment vertragen, aber sei es drum, auch hier finden sich tolle Sounds und Melodien, wie das an frühe elektronische Klassiker von Herren wie Jarre oder Oldfield erinnernde „Iris“ oder das hübsch roboternde „Ain’t No Stopping“.

Doch die Hits sind natürlich die Stücke mit Gesang. Vereinzelt versucht sich Kleerup selbst, was vor allem auf dem Ohrwurm „Misery“ durchaus gelingt. Ansonsten lässt er jedoch gern die Damen ans Mikro. Neben Robyn sind das noch weitere vier Schwedinnen. Hierzulande nicht so bekannt ist sicher Marit Bergman, die schon den schwedischen Grammy gewann und das 80er-lastige „3 AM“ begleitet. Der Name Linda Sundblad – hier auf „History“ vertreten – sagt zunächst auch nicht so viel, sie hatte jedoch vor ein paar Jahren mit der Band Lambretta ein paar (nicht allzu erinnerungswürdige) Hits und ist ein gefragtes Model. Dazu gesellt sich noch Titiyo, Halbschwester von Neneh Cherry (mit der Kleerup auch schon aufnahm), die durch den großartigen Hit „Come Along“ bekannt sein sollte und hier der Single „Longing For Lullabies“ (okay, Ähnlichkeiten zum Robyn-Hit sind unverkennbar) ihre ausdrucksstarke Stimme leiht. Schließlich wäre da noch die wunderbare Lykke Li – deren letztjähriges Album „Youth Novels“ unbedingt empfehlenswert ist – die mit Kleerup „Until We Bleed“ aufnahm, welches ein absolutes Album-Highlight darstellt.

Kleerup ist keine Neuerfindung des elektronisch betriebenen Rades gelungen, aber ein gefälliges Album mit einigen tollen Songs, das man gern hört, mit und ohne Bügeleisen.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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