Cover Im vorigen Jahr war „Batbox“, Caroline Hervés zweites Soloalbum, eines der absoluten Highlights elektronischer (Pop-)Musik. Nun steht das zweite Album mit ihrem alten Buddy Michel Amato als Miss Kittin & The Hacker auf der Tanzmatte. Dieses fährt auf einer ganz anderen Schiene, macht das aber ebenfalls überzeugend.

Das „1st Album“ der Beiden liegt nun schon acht Jahre zurück. Damals standen sie zwar inmitten des gerade schwer angesagten Electroclash, hatten aber einen ganz eigenen Stil, der eher technoid minimalistisch mit EBM-Einflüssen wirkte, und mit „1982“ und „Frank Sinatra“ sogar richtige Hits abwarf.

In der Folgezeit veröffentlichte Miss Kittin zwei Soloalben, deren letztes sich stilistisch stark songorientiert zeigte und mit Popmelodien und viel Gesang eine neue Richtung einschlug.

Doch zusammen mit dem Hacker gibt es wieder eher Tracks als Songs und es geht auf „Two“ auch erheblich technoider zu. Man erkennt die Besonderheiten dieses Duos, obwohl sich das neue Album durchaus anders als der Vorgänger präsentiert. Der Sound ist bei allen Retro-Anleihen moderner, etwas poppiger (obwohl die großen Hits dieses Mal auf den ersten Blick fehlen), hin und wieder gar leicht trancig.

Die Stücke zielen größtenteils direkt auf die Tanzfläche, was schon der Industrial-Rave-Opener „The Womb“ zeigt. Ähnlich monoton-dynamisch treiben die Maschinen auch gelungene Tracks wie „PPPO“, „Indulgence“ (eine Freude für alte EBM’ler) und das düster-futuristische „Inutile Éternité“ an. Wer es etwas melodischer mag, kann die Synthie-Pop-Single „1000 Dreams“ oder die Kraftwerkspuren in „Emotional Interlude“ genießen. Und eine feine Coverversion ist auch wieder dabei: Der King persönlich wird elektronisch beerbt, das großartige „Suspicious Minds“ zeigt, dass der Hacker (im Duett mit dem französischen Kätzchen) sogar ganz passabel singen kann.

Miss Kittin solo heißt also mittlerweile Electropop allererster Güte. Miss Kittin & The Hacker dagegen bleiben dem Techno auf moderne Art verbunden und werden in diesem Jahr die Clubs erfreuen (und z.B. auf dem Melt! auch das Live-Publikum).

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. 30.4.2009 - 19:04 Uhr

    ..was Miss Kittin + Mr.Hacker…hier mit „Two“ abliefert klingt gut, vielversprechend und vor allen Dingen kreativ..und gerade diese Kreativität fehlt viel zu oft bei den herkömmlichen *Electro* Veröffentlichungen dieser Tage!

    „Two“ ist ein Parade-Beispiel…wie frische Electronic klingen sollte, und man sich neu erfinden kann..wenn man den Mut hat die eigentliche Route und somit Routine zu verlassen!

    Perfect Album!