kitsune_vol6 Das Jahr 2008 ist vorbei, doch bevor ihr munter durch 2009 stolpert, wollen wir euch noch einen der besten Sampler (nach Meinung des Autors: den besten) des vergangenen Jahres im Bereich elektronischer Musik vorstellen: Nr. 6 der Compilations aus dem Hause Kitsuné in Paris.

Das Musik- und Modelabel Kitsuné hat in den vergangenen Jahren den ziemlich brachialen Sound des so genannten Pogo-Dance oder Bratzelectro (oder wie auch immer es schubladisiert werden soll) mit an die Spitze der internationalen Tanzflächen gebracht und auf seinen Samplern große Namen wie Hot Chip, Bloc Party, Klaxons, Digitalism etc. in z.T. recht frühen Stadien ihrer Karrieren präsentiert sowie jede Menge Neuentdeckungen vorgestellt.

Doch man kann nicht immer nur Vollgas geben und darum trägt Nr. 6 der Serie auch den Untertitel “The Melodic One”. Hier gibt es überwiegend wunderschönen Electropop zu hören. Man scheint der Ohrwurmmelodie und dem Gesang wieder offener gegenüberzustehen.

Beispiele dafür finden sich zur Genüge. Gleich im Opener “Want U” lassen die Schweden von Lo-Fi-Fnk housigen Pop von der Leine. Fast schon “cheesy” geht es weiter, man kann man sich im folgenden “Quicksand” von La Roux verfangen. Oder: Weiberelectro in gut. Die Australier Pnau kuscheln in der Disco, Ted & Francis wünschen sich, ein Polarbär zu sein, allerdings mit pompösen Synthieflächen und Orgel. Labelentdeckung Digitalism rücken einen neuen und verhältnismäßig entspannten Instrumentaltrack heraus. We Have Band aus London bieten eines der zahlreichen Highlights mit dem unverschämt eingängigen “Hear It In The Cans”. Oder der gefühlvolle Gesang von Grovesnor (im Hot Chip Remix!). Und wo wir gerade bei Highlights sind: Der verträumte David E. Sugar und die sanften AppalOOsa gehören definitiv dazu.

Aber die Freunde des etwas knalligeren Sounds werden durchaus nicht ignoriert: You Love Her Coz She’s Dead (Was ein Bandname!) lassen die Atarisounds von Crystal Castles hochleben. Die schon recht namhaften und zwischen London und Paris cluberprobten autoKratz steuern mit “Stay The Same” einen echten Tanzflächenfüller bei, der Geschepper und Melodiosität vereint. Ausgerechnet Fischerspooner, die man auch in der Popecke vermutet hätte, legen mit einem knackigen Remix eines neuen Stückes (Wo bleibt da eigentlich mal ein neues Album?) einen der härtesten Tracks hin. Richtig technoid zeigt Altmeister Etienne de Crécy, wie der Pariser “Hanukkah” feiert. Dann wäre da noch A-Trak – immerhin Tour-DJ von Kanye West – mit einem saftigen Stück House-Techno.

Fazit: 18 abwechslungsreiche Stücke Popmusik voller Melodie, kein Füllstoff (doch, der Hidden Track zwischen der 17 und 19). Und wer das heute hört, weiß, wovon morgen alle schwärmen.

Anspieltipps: Lo-Fi-Fnk, La Roux, autoKratz, We Have Band, Grovesnor… und fast alle anderen.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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