Nachdem schon das Debüt hier Album des Monats war, waren wir gespannt, ob der sympathische Laptop-Pop auch auf dem Nachfolger noch zündet. Tut er. Es wird immer noch mit Gitarre und Computer im Schlafzimmer aufgenommen, nur ist die Mischung noch homogener geworden und hat darüber hinaus ein Stück an Bums zugelegt.

James Yuill aus Eastbourne, Südengland, hat mit „Turning Down Water For Air“ nachhaltig überrascht. Ein hübsches Do-It-Yourself-Werk, auf Akustikgitarre basierend, mit Beats aus dem Laptop ergänzt und tollen Melodien obendrauf.

Wer Mr. Yuill schon einmal live erlebt hat, hat ihn garantiert in sein Herz geschlossen. Hüpft mit umgeschnallter Gitarre zwischen diversen elektronischen Gerätschaften umher und zaubert ordentlich Tanzmusik ins Publikum (mehr dazu in unserem folgenden Livebericht vom Introducing in Berlin). Und einiges von der Livepower hat nun auf sein zweites Album gefunden.

Denn „Movement In A Storm“ hat zwar immer noch die Akustikgitarre im Zentrum und wurde tatsächlich erneut im Schlafzimmer geboren – aber in der elektronischen Nachbearbeitung hat Yuill ein paar Schippen draufgelegt. Somit ist die Diskrepanz zwischen reinen Akustiksongs und tanzbaren Stücken nicht mehr so groß (von den zehn Stücken sind ohnehin nur noch zwei frei von Beats), alles fügt sich harmonischer zusammen.

Was die starken Melodien angeht, genügt es hingegen, Gleichwertigkeit mit dem Vorgänger herzustellen. So geht es gleich mit einem flotten Electropop-Stück los, „Give You Away“ zielt ohne Umschweife auf die Tanzfläche. Was hier weiterhin positiv auffällt, ist der weibliche Hintergrundgesang, der mehrere der Songs verfeinert (die Damen – Rebecca von Slow Club, Samantha Whates und Jess Bryant – empfiehlt der erfreute Yuill im Booklet dann auch ausdrücklich weiter), und später im kurzen, aber grandiosen „Foreign Shore“ gar ein richtiges Duett ergibt.

Jener akustische Tupfer wird eingerahmt von den beiden wohl hitträchtigsten Songs. „First In Line“ dürfte jedem Fan der Pet Shop Boys Freudentränen in die Augen treiben, und die Single „On Your Own“ ist einfach mal wieder ein elektronischer Ohrwurm allererster Kajüte. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Höhepunkte, wie das Gitarre-meets-Breakbeats-und-Basspower-Gewitter „My Fears“ oder den warmen, sanften und lang ausklinge(l)nden Abschluss „Taller Son“.

James Yuill hat sich weiterentwickelt, ohne seine Stärken auf der Strecke zu lassen. Ganz klar: Erneut Album des Monats!

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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