Die coolen Typen von Audiolith Records waren ja bisher eher für schweißtreibende Beatorgien und ordentlich Jungskrawall (aber immer mit Attitüde!) bekannt. Nun kommt jedoch eine Dame daher, die es schafft, den typischen Labelsound erkennen zu lassen und ihn dabei gleichzeitig um eine gehörige Portion melodischer Popmusik zu erweitern.

Ira Atari heißt bürgerlich Ira Anika Göbel, stammt aus unseres Landes Mitte, aus Kassel, hat Piano studiert und schon in so einigen Bands gesungen. Aber erst der Kontakt zu den Audiolith-Leuten brachte die Sache in die richtigen Bahnen. Nach einer ersten Single („My Name Is Ira“, 2009) und diversen Gastauftritten bei den Kollegen (u.a. Frittenbude und Bratze) wurde nun mit Ja!kob von Frittenbude das Debütalbum „Shift“ aufgenommen.

Das Album überrascht dann, wie erwähnt, mit starker Neigung zu eingängigen Popsongs. Der Opener „She’s The One“ bratzt zwar noch recht ruppig los, doch schon das folgende „Back To Zero“ schmeichelt dem Ohr mit Disco-Pop und weichem Gesang, gar nicht so fern von Roisin Murphy. Damit sind so ungefähr die Eckpfeiler des Sounds abgesteckt. Zwischen denen wird sich nun geschickt und stets tanzend fortbewegt. Mal laut, wild und mit Referenzen an Mr. Oizo wie in „Don’t Let Me Down“, oft aber auch beschwingt elegant wie in dem nächsten poppigen Highlight „Miss Progression“.

Darüber hinaus gibt es immer noch ein kleines bisschen mehr zu finden: Eine höchst moderne Interpretation eines mittelalterlichen Minneliedes etwa („No Deal“). Es geht auch minimalistisch reduziert, wie in „Follow“. Oder Ira klingt gleich ganz wie die Vertonung des Lebensgefühls rund um die Berliner Oberbaumbrücke („Don’t Wanna Miss You“). Mit dem finalen „A Little Tougher“ gibt es dann noch eine schöne Synthie-Pop-Nummer.

Eine überaus vielseitige Sache also, dieses „Shift“. Das tut Audiolith gut, der elektronischen Popmusik ebenso. Und uns gefällt es einfach.

(Addison)

P.S. Ira Atari ist noch auf Tour unterwegs. Details findet ihr auf ihrer Homepage.

Ira Atari – Back To Zero (Original) by Audiolith

http://www.youtube.com/watch?v=GE-s-yVBwQg

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www.iraatari.de
www.audiolith.net

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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