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In den nächsten Tagen lassen wir einen Großangriff an Rezensionen auf euch los. So viele interessante Platten wollen besprochen werden, und echte Großtaten sind auch dabei. Auch hier, wo es um schwedischen Frühsommer, australische Synthesizergewitter, Londoner Wavepop und noch mehr in die 80er verknallte Londoner geht.

Die Shout Out Louds feiern ihr Zehnjähriges. Und beschenken uns dazu gleich mit ihrem vierten Album namens „Optica“. Mittlerweile erscheinen sie auch hier bei uns auf einem großen Label, das infolgedessen größere Budget (und die Verwendung des einen oder anderen Songs im Fernsehen) hat man sich fleißig erarbeitet und im Falle dieser Band auch verdient.

Dabei hat sich musikalisch nichts Grundsätzliches geändert über die Jahre. Adam Olenius klingt immer noch wie ein junger und fröhlicher Robert Smith und Bebban Stenborg setzt die weiblichen Stimmakzente. Der Sound atmet neben den logischen Cure-Verweisen den Geist von New Order oder Belle & Sebastian.

In den Feinheiten geht es aber auf der neuen Scheibe deutlich farbenfroher zu als zuletzt. Optimistisch werden die Farben im Licht gebrochen, neben den Gitarren und ganz vielen Synthesizern darf auch mal eine Flöte vorlaut dazwischen flöten – und mit „Illusions“, „Blue Ice“, „14th Of July“ oder dem herrlich träumerischen Finale „Destroy“ haben die Schweden einige potentielle Hits im Gepäck. – 7,5 von 10 Frühlingsgefühlen

P.S. Live beim Hurricane/Southside!




Die Australier (und mittlerweile Teil-Londoner) von PVT haben wir ja hier schon für ihr letztes Album „Church With No Magic“ abgefeiert, auf dem sie sich von ihren instrumentalen Postrockursprüngen deutlich in Richtung synthesizerbestimmter Musik mit gelegentlichem Gesang entwickelt hatten. Diesen Weg gehen sie nun auf „Homosapien“ konsequent weiter.

Richard Pike singt mittlerweile fast durchgängig, die Stücke wirken dadurch noch mehr wie „richtige“ Songs – und rundherum türmen sich die elektronischen Soundwände, die für angemessen düstere Atmosphäre sorgen. Schon früh gibt es mit „Evolution“ und dem Fast-Ohrwurm „Electric“ echte Höhepunkte. „Love & Defeat“ landet dicht am Synthiepophit, und „Nightfall“ ist einfach hypnotisch.

Dabei eiern die Stücke immer mal wieder ein paar Zentimeter an den Erwartungen vorbei und behalten sich somit eine echte Eigenständigkeit. Ob es mit dem „Casual Success“ demnächst etwas wird, bleibt daher offen. Dass für die Langlebigkeit dieses Albums allerbeste Prognosen bestehen, da sind wir uns dafür ziemlich sicher. Eine DER Empfehlungen des bisherigen Jahres! – 9 von 10 freidrehenden Maschinen

P.S. Live am 21.05. in Berlin!




Wer nennt sich denn da als Band einen Freizeit- oder Vergnügungspark? Okay, im Englischen klingt es etwas besser. Theme Park nämlich. Und weil das so schön nach Zuckerwatte ruft, heißt das Debütalbum auch gleich, na, „Theme Park“ eben. Was bei näherer Betrachtung doch gar nicht so schlecht zur Musik passt.

Dieses Trio aus London um Sänger Miles Haughton möchte nämlich einfach mal nur glücklich machen. Euphorie, Freude, Sonnenschein – die Vorabsingle „Jamaica“ bewies das schon exemplarisch, das Album schiebt nun mehr davon voller Inbrunst nach. Mit „Two Hours“ oder „Tonight“ gibt es auch noch weitere solcher fröhlich zwischen 80er Wave, Indie und Electro-Pop winkenden Gute-Laune-Macher.

Klar, das nutzt sich hier und da mit wiederholtem Hören ab und hält auf Albumlänge auch nicht durchgehend die Klasse. Aber das Ziel der Band, einfach Freude zu verbreiten, wird eben doch erreicht. Und nach einem fiesen Winter wie diesem kann so ein Album manchmal genau das Richtige sein. – 7 von 10 Fahrten mit dem Kettenkarussell

P.S. Live am 19.04. in Berlin




Die letzte Band für heute ist Fiction. Nein, also die heißen Fiction. Kommen aus London und kennen ihre 80er Jahre offensichtlich perfekt. Sowohl Fiction Records (mehr), als auch Fiction Factory (weniger). The Cure, schon wieder, mehr aber noch Talking Heads. Das alles aber trotzdem authentisch und mit neueren Einflüssen (wie Vampire Weekend) verbunden, und hier liegt die Kunst.

Dieses Quintett, das mit Mike Barrett und James Howard gleich zwei talentierte Sänger mitbringt, hat sich von Vollprofi James Ford (sowie Ash Workman) produktionstechnisch unter die Arme greifen lassen und so kommt das Debüt „The Big Other“ mit einem lobenswert aufgeräumten und doch sehr vielschichtigen Klangbild daher. Elf Songs, keine Schwachstellen.

Ja, das ist mal wieder eine der Platten, wo die Favoriten bei jedem Hören wechseln. Von der flirrenden Eröffnung „Parting Gesture“, über das gar nicht museale „Museum“, das butterweiche „See Me Walk“, die Basslinie von „Vertigo In Bed“ oder der schwelgende Abschluss „The Apple“ – sucht es euch selbst aus. – 8 von 10 Haartollen à la David Byrne

P.S. Live: 12.04. Berlin, 13.04. München, 14.04. Köln, 15.04. Hamburg




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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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