ian_simmonds Das scheint ja ein eigenartiger Kauz zu sein, dieser Ian Simmonds. Jedenfalls, wenn man sich den putzig verschwurbelten Pressetext zu diesem Album durchliest (ein paar Schlagworte: wuchernd, unversiegbar, Innovations-Entertainment, beatfidel, Listening-Peaktime). Hoppla! Andererseits haben Waliser, die nach Jena ziehen, schon mal meine grundsätzliche Sympathie.

Also: DJ Ian Simmonds dürfte Insidern der Anfangstage des Trip Hop vielleicht noch ein Begriff sein, denn seine Band The Sandals gehörte damals zu den Pionieren in diesem Bereich, wobei da noch ein Einschlag in Richtung Acid Jazz hinzukam. Später arbeitete er mit den großartigen Leftfield zusammen und startete als Juryman Soloaktivitäten. Ende der 90er war er insbesondere im Bereich der elektronischen Downtempo-Musik unterwegs, was man auch heute noch hören kann.

Nun hat er sich für lange Zeit im schönen anhaltinischen Burgenland auf die Burg Wendelstein zurückgezogen und ein hübsch entspanntes Stück Klangforschung aufgenommen. Dabei sind die zwölf langen, größtenteils instrumentalen Stücke (plus Intro) kaum einzeln zu betrachten, sondern stets als Gesamtes zu sehen. Und hier kommt nun die Liste der Stilarten, die man heraushören kann: Downbeat, wie erwähnt, auch jazzige Anflüge gibt es, der Dub taucht zumeist in Form des derzeit nicht unpopulären Dubstep auf, dazu noch Spuren von Afro-, Big- und sonstigem -beat, oft mit intelligenter Percussion unterlegt.

Insgesamt ein lockeres und bei aller Elektronik überraschend organisches Album, das sich der Freund etwas experimentellerer Klänge durchaus mal zu Gemüte führen kann.

(Addison)

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www.myspace.com/djiansimmonds

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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