Ich bin. Bin ich? Wer bin ich? Und warum muss ich mit einem schwedischen Yeti ringen? Existenzielle Fragen wie diese beantwortet dieses rätselhafte Kunstwesen. Nicht. Dafür gibt es jetzt endlich das Album (und den Film) zum Internetphänomen.

Das ist jetzt schon über zwei Jahre her, als die ersten kleinen Videoschnipsel im Netz auftauchten. Seltsame Bilder, interessante elektronische Sounds. Aber wer steckte dahinter? Große Namen zwischen Aguilera, Gaga, Goldfrapp und Björk wurden in den Raum geworfen, diskutiert und bestätigten sich dann doch nicht. Bei der heute üblichen kurzen Aufmerksamkeitsspanne der Netznutzerschaft hat man den Bogen vielleicht etwas zu lange angespannt, denn der Hype ist weitergewandert. Irgendwann erfuhr man dann, dass die bislang eher wenig auffällig gewordene schwedische Songwriterin Jonna Lee und ihr musikalischer Kollege Claes Björklund (der schon u.a. mit a-ha und Travis arbeitete) dahinter steckten.

In diesem Jahr erschienen nun nach und nach vollständige Videos mit „richtigen“ Songs und nun ist das Album „ganz normal“ draußen – zu empfehlen ist es natürlich in der Version mit zugehöriger DVD, denn darauf sind die Videos zu allen Songs enthalten, was einen hübsch eigenartigen 45-minütigen Film ergibt. Doch was bleibt musikalisch?

Nun, da bleibt ein schönes elektronisches Popmusikalbum, gute schwedische Schule könnte man auch sagen, gar nicht so weit weg von Artverwandten wie Fever Ray oder The Knife, aber mit eigenem Stil. Die Stücke sind mitunter recht komplex angelegt, haben aber auch genug eingängige Momente für den leichteren Einstieg.

Da sind der dramatische Opener „Sever“, das Kate-Bush-artige „Play“, aber auch der tanzbare Elektropop von „In Due Order“, die schönen Synthieflächen von „Idle Talk“ und zum Schluss gibt es sogar noch einen richtigen Hit der Röyksopp-Klasse mit „Goods“. Ein Album, das man mit dem kunstvollen Umfeld mit fast allen Sinnen (wer einen Yeti zu Hause hat, schnüffele zusätzlich an dessen Fell) audiovisuell genießen kann. Das gibt’s doch auch nicht alle Tage.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. t.
    2
    31.10.2012 - 13:53 Uhr

    tolle musik!!!

  2. Syntronic
    1
    27.10.2012 - 13:29 Uhr

    Ein Klasse Album, bin durch Zufall letztens auf Youtube auf die Videos gestoßen. Wer ähnliche Künstler bzw. die Musik von Björk, The Knife, Fever Ray usw. mag wird sicher auch das Kin-Album von iamamiwhoami lieben!

    Mein Lieblingssong vom Album:

    Kill: http://www.youtube.com/watch?v=OTnH3zs8wRo&feature=relmfu