Die Poesie der Bierflasche. Nein des halb geleerten Pints im schummrigen Pub. Und der nächtliche Himmel, wenn man später nach Hause wankt. All das haben I Am Kloot aus Manchester auf ihrem fünften Album eingefangen. Cheers, mate – und sperr die Ohren auf!

John Bramwell, Sänger, Gitarrist und Songwriter der Dreimannband aus Englands Norden, wird von seinen Künstlerkollegen geschätzt, nein, verehrt. Ob es Drogentalent Pete Doherty ist, Regiegenie Danny Boyle oder Guy Garvey von den göttlichen Elbow. Mit Letzterem haben I Am Kloot damals ihr Debüt aufgenommen, und während er damals nach eigener Aussage nur den An-/Aus-Knopf betätigte, mischte Garvey dieses Mal äußerst aktiv bei der Produktion mit.

Die Kollegen von Elbow sind mittlerweile vom Geheimtipp verdient zur (relativ) großen Nummer gewachsen, wogegen I Am Kloot noch immer allseits geliebter Geheimtipp sind. Mal sehen, ob sich das nun ändert – „Sky At Night“ hätte jedenfalls durchaus das Zeug dazu.

Denn man hat das neue Album vergleichsweise opulent aufgenommen. Die Songs sind immer noch schlichte Kleinode, melodiöse Perlen, die live gern nur mit Gitarre, Bass und Schlagzeug zum Vortrag gelangen. Aber hier fallen gleich bei den beiden warmen Stücken zu Anfang – „Northern Skies“ und „To The Brink“ – Streicher auf, später gibt es im gewaltigen „Radiation“ saftige Bläser und im Falle des wunderschönen „I Still Do“ zupft gar die bekannte Harfenistin Marie Lionheardt ihre Saiten. Auch bei anderen Stücken wie dem sanft schnipsenden und nur kurz ausbrechenden „Fingerprints“ ist die Verwandtschaft zu Elbow nicht mehr überhörbar.

Das macht aber nichts, für die Hardcore-Melancholiker bleiben noch genug Momente der Stille und spätestens beim tieftraurig klingenden Finale „Same Shoes“ fällt sicher die eine oder andere Träne ins Bier. Aber so muss das auch mal sein – wenn man uns jetzt noch verrät, warum „Sky At Night“ ausgerechnet mitten im Sommer erscheinen musste, können wir zufrieden austrinken und gehen.

(Addison)

P.S. Auf das wunderschöne Video zu „Northern Skies“ (mit Christopher Eccleston!) sei ausdrücklich hingewiesen!

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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