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Wieder einmal etwas Feines aus dem Hause Kitsuné. Housse De Racket aus Paris belegen mit ihrem zweiten Album die längst kaum noch anzuzweifelnde These, dass aus Frankreich in den letzten Jahren ein enormer Schub an erstklassiger (elektronischer) Popmusik kommt. Der Sommer ist noch nicht vorbei.

Pierre Leroux und Victor Le Masne haben als Sessionmusiker angefangen und durften da schon für französische Größen wie Air und Phoenix arbeiten (was man vielleicht hier und da heraushören kann). Ende 2008 hatten sie dann ihr eigenes Albumdebüt zusammen, das anschließend ausgiebigst betourt wurde.

Als Produzent für den Nachfolger konnte Philippe Zdar gewonnen werden, der sowohl selbst mit Cassius (u.a.), als auch als Remixer (Bloc Party u.v.a.) und Produzent (eben erwähnte Phoenix und viele mehr, aktuell The Rapture, doch zu jenen in Kürze mehr) über beste Referenzen verfügt und dem Album ein sehr stimmiges Soundgewand verpasst hat. Die Elektronik hat mittlerweile bei Housse De Racket klar die Überhand gewonnen, Gitarren (die beiden starteten als Grunge-Fans) sind vorhanden, ordnen sich aber unauffällig unter.

Während die Texte (teils englisch gesungen, teils französisch) sich durchaus mit anspruchsvollen Themen wie Philosophie, Geschichte und Literatur beschäftigen, geht die locker-leichte Musik runter wie Öl. Als Vergleich kann man neben bereits genannten Künstlern gerne Two Door Cinema Club heranziehen, deren Debüt ähnlich angenehm zwischen Indie und Elektro tanzte.

Mit dem synthiepoppigen „Roman“ und dem eine Spur melancholischeren „Chateau“ springen einem schnell zwei Hitkandidaten ins Ohr. „Chorus“ überrascht dagegen mit Rhythmuswechseln, der Titeltrack ist ein Beweis für gekonnte Instrumentale und „Ariane“ wagt sich in Richtung Sci-Fi-Score vor.

In der zweiten Hälfte gibt es – wie so oft – auch mal gelegentlich etwas Leerlauf, doch gegen Ende wird es mit dem sich ins fast schon Rasante steigernden „Aquarium“ und dem düsteren „Empire“ wieder gut. Insgesamt also erneut ein gelungenes Album auf dem Kitsuné-Label. Chapeau!

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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