Das klang zunächst nach schwierigem zweiten Album: Gastsänger Antony, der mit „Blind“ den bislang größten Hit dominierte und auch auf weiteren Songs des Debüts glänzte – nicht dabei. Doch dann hört man die „Blue Songs“ und freut sich über ein housiges Album, das eine zusammengewachsene Band und eine musikalische Weiterentwicklung zeigt.

Andrew Butler, Mastermind hinter der herkulischen Affäre, hat ordentlich durchgemischt. Nur seine enge Freundin Kim-Ann Foxman ist noch dabei, dazu gesellen sich drei Neuzugänge – Aerea Negrot und Shaun Wright für den Gesang, womit stimmlich weiterhin eine enorme Vielfalt geboten ist (Kim-Ann und Andrew singen ja ebenfalls), sowie Mark Pistel (Meat Beat Manifesto, Consolidated) für die Musik.

Stilistisch marschiert man ungefähr zehn Jahre vorwärts. Nachdem auf dem Debüt die Disco der Endsiebziger entfesselt wurde, ist man nun bei den Hochzeiten der Housemusik Ende der 80er angelangt. Wobei auch im ersten Album bereits House drin steckte und die Grenzen ohnehin eher fließend sind. Man hört einiges an Sounds der 90er und natürlich ebenso moderne Elektronik.

Die abwechslungsreichen Songs sind von der Reihenfolge her sehr geschickt angeordnet. Mit „Painted Eyes“ zitiert man deutlich den Sound des Debüts, landet gleich mal einen Hit und hat den Hörer sofort am Haken, um ihm dann die oldschoolige Housewumme „My House“ um die Ohren zu hauen.

Auf „Answers Come In Dreams“ beweist Aerea beeindruckende Stimmgewalt zu funky Beats, bei „Leonora“ duettieren Kim-Ann und Andrew entspannt und „Boy Blue“ schließt die erste Hälfte ruhig und gefühlvoll ab.

Mit dem verträumten Titelsong wird dann wieder sanft beschleunigt, bevor „Falling“ (hier singt Shaun, ebenfalls mit sehr markanter Stimme) doch nochmal tief in die Disco zurückkehrt und die extrem housebestimmte Party-Phase einläutet: „I Can’t Wait“ (Houseknaller), „Step Up“ (mit Kele Okereke als Gast) und „Visitor“ (cooler Tanzflächenfüller).

Den Schlusspunkt setzt eine sanfte Coverversion eines Klassikers, der damals in der Szene immer am Ende der Nacht lief und den auch die Pet Shop Boys schon erfolgreich coverten: „It’s Alright“. Und ob! Mit diesem Album ist jedenfalls alles in bester (House-)Ordnung.

(Addison)

P.S. Live hier: 22.02. Zürich, 25.02. München, 26.02. Hamburg, 28.02. Köln, 03.03. Berlin, 04.03. Leipzig, 08.03. Frankfurt

Hercules and Love Affair „My House“ from Alanedit on Vimeo.

Jetzt Hercules And Love Affair – Blue Songs bei Amazon bestellen

www.inlovewithhercules.com
www.facebook.com/herculesandloveaffair
www.myspace.com/herculesandloveaffair

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

Zur Startseite

Der Kommentarbereich ist zurzeit geschlossen.