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Sie waren nie so richtig weg, doch mancher hatte sie kaum noch auf dem Schirm. Nach ihrem Wechsel zum Kompakt-Label und dem Achtungserfolg „24/7“ setzen GusGus nun zu einem unerwarteten Höhenflug an und begeistern mit einem abwechslungsreichen Mix aus Techno, House, Pop und mehr.

Die Isländer sind auch schon anderthalb Jahrzehnte aktiv und waren von Anfang an vor allem für ihre wilden Liveshows bekannt. Ende der 90er gab es dann aber auch Erfolge mit ihren Albumveröffentlichungen („This Is Normal“) und diversen fantastischen Remixen (u.a. natürlich „Only When I Lose Myself“). Nach dem hervorragenden „Attention“ Anfang dieses Jahrtausends (Hit: „David“) gab es erstmals eine längere Pause, doch auch die folgenden Alben waren weit besser als ihre geringe Rezeption vermuten ließen.

Nun haben GusGus, die im Kern seit einer Weile ein Trio sind (Stephan Stephensen – auch als President Bongo bekannt -, Birgir Þórarinsson und Daníel Ágúst Haraldsson), auf „Arabian Horse“ wieder deutlich mehr Gäste integriert – so wie das früher üblich war und bei isländischen Bands wohl ohnehin Usus ist. Unter anderem ist die beliebte Sängerin Urður „Earth“ Hákonardóttir wieder dabei und verleiht drei der eingängigsten Stücke im Duett mit Daniel ihre soulige Wärme.

Da wäre zunächst „Be With Me“, das nach dem eher als Intro fungierenden „Selfoss“ (welches schön flächig losfließt und hinten plötzlich mit einem Akkordeon überrascht) gleich mal den ersten Höhepunkt setzt. Im Gegensatz zum Vorgänger hat dieses Album nämlich weniger den Minimalismus zum Ziel als vielmehr Tänzer, Mitwipper und Melodieliebhaber zu vereinen. So kommen in „Be With Me“ gleich mal Streicher zum Einsatz, die die Elektronik und den Gesang unterstützen. Später lässt man in „Over“ sowie beim Titelsong (und auf anderen Tracks) die guten Seiten der Elektronik der 90er Jahre wieder auferstehen.

Ein anderer Vokalist, der hier seinen Stempel aufdrückt, ist Högni Egilsson, sonst als Sänger von Hjaltalin aktiv. Hier kann er auf drei Songs (zumeist wieder zusammen mit Daniel) seine markante Stimme entfalten. „Deep Inside“ ist dabei mit seinen heftigen Bässen, seinem mitreißenden Rhythmus und schon wieder dem Akkordeon (ganz dezent, keine Sorge) ein echter Hinhörer, wie auch das melodische „Within You“, das fast schon melancholisch wirkt.

Mit dem achteinhalbminütigen Instrumentalepos „Benched“ zeigen GusGus am Ende noch mal, was sie aus den Maschinen kitzeln können und lassen den Hörer hochzufrieden zurück. Nun wollen wir das nur noch live sehen (und die Zeichen dafür stehen wohl recht gut)!

(Addison)

P.S. Da kommen bestimmt noch mehr Livedaten als diese: 24.06. Köln (c/o pop), 25.06. Dresden.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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4
Kommentare

  1. Renton
    4
    23.6.2011 - 8:53 Uhr

    Gerade der opener ist der Wahnsinn. Für mich eines Ihrer besten Alben nach „This is Normal“

    Cheers

  2. JTH
    3
    23.6.2011 - 8:37 Uhr

    Hammer Album… Sehr entspannte Geschichte.

    Vielen Dank für’s Vorstellen!

  3. Kuss
    2
    22.6.2011 - 20:49 Uhr

    nicht schlecht.

  4. Tom Sawyer
    1
    22.6.2011 - 19:33 Uhr

    Da sind einige sehr interessante Sachen drauf. „Gefällt mir“. Schön chillig.