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Sie können es noch! Die Anführer der Klasse von 2005 sind zurück. Mit genau jenem schmissigen Wave-Pop, der die Schotten berühmt gemacht. Mit zehn neuen zackigen Ohrwürmern. Right!

Genau genommen waren sie die Vorreiter jener eingangs angedeuteten Schar an neuen, tollen Bands (Bloc Party, Maximo Park, Kaiser Chiefs…), denn ihr Debüt „Franz Ferdinand“ kam ja bereits 2004 heraus. Voll gepackt mit Hits zwischen Schampus und Lachsfisch und auf ewig unerreichbar. Doch auch der Nachfolger im Jahr darauf war beeindruckend und rangierte sich nur ein klein wenig dahinter ein.

Danach musste etwas geändert werden. Alex Kapranos, Nick McCarthy, Bob Hardy und Paul Thomson brauchten lange für das in diesem Falle schwierige dritte Album „Tonight: Franz Ferdinand“ – und als es 2009 endlich erschien, war es schon etwas zu spät dafür. Ja, sie konnten noch tolle Singles, ja, sie hatten neue Wege (hier: verstärkten Elektronikeinsatz) eingeschlagen, mit durchaus gelungenen Ergebnissen – aber es fehlte ein wenig die Lockerheit, die Stringenz.

Auch Album Nummer Vier hat eine ganze Weile gedauert, doch auf der Reise dahin haben die Fränze offensichtlich begriffen, dass sie das Rad nicht neu erfinden können. Dass sie dafür aber in dem Bereich, in dem sie sich auskennen, noch ein paar Takte zu sagen haben. Und so schleudern sie uns mit der ihnen eigenen zackigen Eleganz zehn knackig-trockene Stücke in reichlich 35 Minuten vor die Füße. Hier Hörer, tanze! Und wenn du möchtest, bekommst du auch noch etwas zum Nachdenken (sprich, schlaue Reime aus Kapranos‘ Feder).

Wie es scheint, haben sie dieses Mal einen günstigeren Moment erwischt. Die Insel (und nicht nur die) kann zwischen all dem Plastik mal wieder ein paar die Hirnwindungen durchpustende Augenblicke gebrauchen. So knallige Gitarren wie gleich zu Beginn in „Right Action“. So coole Grooves wie in „Evil Eye“. So einen fantastischen Song wie „Love Illumination“, in dem Gitarren und Bläser ihre eigenen Glanzmomente bekommen.

In nahezu jedem Song – und die elektronik ist ja keineswegs tabu, sie ordnet sich nur deutlich mehr unter – lassen sich solche speziellen Geistesblitze entdecken: Das Verträumte in „Stand On The Horizon“, der Lärm von „Bullet“, das Schwelgerische von „The Universe Expanded“ – kurzum, Franz Ferdinand haben es noch drauf, die britische Popmusik lebt!

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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