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Rau, kalt und wunderschön. Schottlands atemberaubende Küste ist Schauplatz ihres neuesten Videos, obgleich man es nicht als klassisches Musikvideo, sondern vielmehr als einen Kurzfilm bezeichnen muss. Einen sehr beeindruckenden Kurzfilm, der Florence Welchs Odyssee ihrer bisher erschienen Videos fortsetzt.

Stand in diesen noch ihre gescheiterte Beziehung im Vordergrund, so ist es dieses Mal etwas ganz anderes: ihre Familie. Unerwartet erhält man einen Einblick in ihre Beziehung – ihre Kämpfe – zu ihrer Familie. Das Besondere: Florence teilt sich ihre Rolle in der Geschichte mit einer jüngeren Version ihrer selbst. Das junge Mädchen schafft es, die Fragilität und Stärke, die Florence ausmachen, zu verkörpern. Geprägt von rauer, harscher Natur und dennoch sanften Farben der schottischen Landschaft, scheint Florence in der Choreographie, die vielmehr schon eine Form von Tanztheater ist, sich mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen. Vielmehr sollte man nicht verraten, denn die Bilder des Kurzfilms gilt es selbst zu interpretieren, um die Geschichte für sich zu entdecken.

Wieder ist Vincent Haycock der ideenausführende Regisseur und setzt dadurch die in den vorangegangen Videos zu ‚What Kind of Man‘, ‚St Jude‘, ‚How Big‘ und ‚Ship To Wreck‘ begonnene Reise ästhetisch fort. „We filmed ‘Queen of Peace’ and ‘Long & Lost’ in Scotland, one of my favorite places I’ve ever been to or filmed. The Scottish people are amazing and especially the town of Easdale, the small island that we lived on and filmed. We shot in the winter and it was cold, brutal and endlessly inspiring, which I think really helped the story of Florence’s struggle with her family, the younger innocence vs. the feuding violence of the men around her“.

Die zweite Hälfte des Videos, die mystisch düstere Single „Long & Lost“, spielt auf einem Fischerboot und greift die Familienthematik wieder auf. Es ist fast finster, einige letzte Lichtstrahlen werfen ein unheimliches Licht auf die Szenerie. Florence Welch ist eine der wenigen Künstlerinnen, die tatsächlich glaubhaft schauspielern können und einen Teil, wenn nicht sogar fast alles, von sich offenlegen: „The end of the video was done in a single take, at the very last seconds of light during a stormy barge ride on a freezing sea. The effort and focus on both the actors and crew was so amazing, Florence delivers one of my favorite moments to date and it’s one of my proudest technical and narrative accomplishments”. Viel Lob von allen Seiten und die knapp zehn Minuten sind es absolut wert.

 Eleni Blum
"The only truth is music" (Jack Keruac) - mit diesem Satz ist alles gesagt. Eleni studiert zur Zeit im Master und begeistert sich für das Schreiben und Musik in all ihrer Vielfalt. Zusätzlich zur Uni arbeitet sie als freie Mitarbeiterin bei der Lokalzeitung sowie - besonders gern natürlich - bei depechemode.de und kümmert sich um die Kommunikation verschiedener Musiker (Künstlerprofile, Liner Notes, Social Media u.v.m).

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