fischerspooner_entertainmentWas hat denn der da auf dem Kopf, fragt man sich beim Anblick des Covers. Casey Spooner hat sie immer noch drauf, die schillernd-bizarren Outfits und – eben – das Entertainment. Aber wichtiger ist die Frage: Was ist mit der Musik dazu? Das letzte Album liegt immerhin schon vier Jahre zurück.

Anfang des neuen Jahrtausends. Von New York in die Welt hinaus verbreitet sich die Kunde vom nächsten großen Ding. Einem Electro-Act mit gar irrwitzigen Live-Shows. Warren Fischer macht die Musik, Casey Spooner schreibt die Texte und performt auf der Bühne. Ausgefeilte Visuals und Choreographien inklusive. Musikalisch bleiben zunächst eines der Highlights der damaligen Electroclash-Phase und der Riesenhit „Emerge“. Top Of The Pops! Kylie Minogue! Die spektakulären Details googeln oder youtuben Sie bitte selbst.

Erst 2005 legte man das nächste Album nach, „Odyssey“. Weniger provokativ im Auftreten, viel wertvoller in der Langzeitwirkung. Ein Popalbum voller großartiger Songs wie „Just Let Go“, „Cloud“ oder „All We Are“.

Und nun hat es schon wieder so lange gedauert. Dabei war man nicht untätig. Videoinstallationen, Ausstellungen, Auftritte in einer Neuinszenierung von Shakespeares Hamlet. Schließlich nahm man dann über die letzten beiden Jahre verteilt neue Stücke auf. „Entertainment“ ist dabei vom Klangbild relativ dicht am Vorgänger, also mehr Electro-Pop, kaum noch Electroclash. Viele Reminiszenzen an die 80er, viel Liebe zur Melodie. Zehn eingängige Songs, die zwar nicht ganz die Klasse der „Odyssey“ erreichen, aber das ist nur eine kleine Beschwerde auf hohem Niveau.

Jedenfalls gibt es zeitlos schöne (Electro-)Popmusik auf die Ohren, wobei sich zwischen die klassischen Synthie-Sounds immer wieder moderne Ergänzungen schleichen. „The Best Revenge“ glänzt mit Ohrwurm-Refrain und geschmackssicher dosierten Saxofontönen, „Money Can’t Dance“ ist typisch Fischerspooner, bei „In A Modern World“ gesellen sich gezielt weibliche A-ha-ha’s und Backgroundgesänge dazu, bei „Supply & Demand“ dominieren saftige Beats, „Infidels Of The World Unite“ erinnert sehr an The Faint. Und das melodische „Door Train Home“ oder das minimalistisch groovende „Danse en France“ zeigen schließlich, dass es auch mit wenig Tempo geht.

Fischerspooner sind immer noch da, immer noch cool und immer noch hörenswert.

(Addison)

P.S. Live hier: 08.06. Wien – 09.06. Köln – 10.06. Frankfurt – 11.06. Stuttgart – 12.06. Genf – 17.06. Hannover

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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