Unkategorisierbar. Das ist das erste, was einem nach Genuss dieses Doppelalbums durch den Kopf geht. Und dann: Faszinierend. 20 Stücke voller äußerst eigenwilligem, nennen wir es Art-Pop, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Die Brüder Peter und David Brewis haben sich nach zwei Alben und einer dreijährigen Bandauszeit, die für Nebenprojekte genutzt wurde, mit zwei weiteren festen Bandmitgliedern verstärkt und ein grenzüberschreitendes Werk aufgenommen, auf dem sich Verweise zu unzähligen Größen finden. Zum Beispiel Led Zeppelin, David Bowie, The Beatles, Roxy Music, Queen, XTC, The Flaming Lips, um einfach mal ein paar mächtige Namen genannt zu haben.

Das Album versucht dabei gar nicht erst, ein einheitliches Ganzes abzugeben. Nein, es stürmt mit Gitarren und mehrstimmigen Chören – die wunderbar harmonischen Chöre können dabei vielleicht als das verbindende Element ausgemacht werden – auf die eine Spielwiese, nur um unmittelbar darauf auf dem Nachbargrundstück die Geigenbögen in eine ganz andere Richtung zu streichen.

Dabei gibt es mal Indie-Rock (Vorsicht: Gelegentliches, doch stets erträglich kurzes Gniedeln möglich!), mal Indie-Pop, aber jedenfalls fast immer Indie, denn für den Mainstream ist das doch – bei aller Eingängigkeit, die ja durchaus vorhanden ist – zu versponnen. Um einen Eindruck zu erhalten, empfehlen wir wie immer die konzentrierte Hörprobe. Folgende Stücke bieten sich vielleicht besonders dafür an: “Them That do Nothing” (fluffig), “Each Time Is A New Time” (schönes Break in der Mitte), “Lights Up” (verträumtes Klavier), “Let’s Write A Book” (clevere Percussions, eine ordentliche Spur Elektronik), “Precious Plans” (herrliche Geigen), “Something Familiar” (Queen!).

Ein Album, nicht fürs Nebenherhören, sondern für geduldige (und vielleicht auch musikhistorisch interessierte) Entdecker.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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