feeding_fingers Ach, alter Onkel Gothic. Du in deinem wehenden schwarzen Mantel. Habe dich lange nicht mehr besucht. Blass warst du ja immer schon. Bist etwas alt und zahnlos geworden. Aber halt, da kommen die fütternden Finger und wollen dir ein neues Gebiss verpassen.

Von weit her, aus Atlanta stammen sie, die Männer um Justin Curfman, und dieses ist bereits ihr zweites Album. Tja, und ihr Bauhaus haben sie ebenso studiert wie natürlich die großen Vorbilder The Cure.

Das Positive ist: Hier wird einem nicht noch ein weiterer dieser öden Gothic-Rock-Aufgüsse geboten, wie sie in den letzten Jahren flächendeckend über die Welt nervten. Noch mehr Gutes? In der Tat, der Dark-Wave-Sound ist atmosphärisch, wirkt authentisch düster. Schön schwermütige Keyboardmelodien und typische Joy-Division-Bassläufe stehen im Mittelpunkt. Das Album ist in sich geschlossen, alles passt zusammen.

Sooo, doch nun folgt leider die (im Endeindruck gewichtigere) Kehrseite: Originalität und Eigenständigkeit? Komplette Fehlanzeige. Dazu klingen die Produktion und der doch recht dünne Gesang, als wäre die Aufnahme zu Zeiten getätigt worden, als The Cure „Faith“ aufnahmen, nur ohne deren Budget und Fähigkeiten.

Ergo: Genrefans, Nostalgiker und Sammler können ja mal reinhören (einzelne Stücke lassen sich nicht hervorheben, man sollte das Album dann schon als Ganzes hören), alle anderen wird diese Musik achselzuckend kalt lassen.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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