Stellen wir uns der Realität: Die 90er sind zurück. Aber halt! Nicht gleich wegrennen! Es gab doch so einiges Gutes, auch musikalisch. Zum Beispiel Faithless. Und jene finden auf diesem absolut treffend betitelten Album, gerade weil sie sich auf ihre ureigenen Stärken besinnen, zu alter Form zurück.

Wer kennt sie nicht, die großen Dancefloor-Hits “Insomnia”, Salva Mea”, “God Is A DJ” undundund?! Sister Bliss, Rollo Armstrong und Vortänzer Maxi Jazz haben sich damit bereits bei Tanzengehern und Großraumdiscobetreibern unsterblich gemacht. Aber auch mit ihren energetischen Liveauftritten konnten sie stets die Massen begeistern.

Auf “The Dance” wollen sie nun nichts anderes als die perfekte Saturday Night zu verschaffen. Was ziemlich gut gelingt. Die Vorabsingle “Not Going Home” ist da zwar eine fast schon grenzwertige Selbstbeleihung, aber das hat Faithless noch nie gestört. Elektronische Housemusic, die mit den unnachahmlichen Vocals von Maxi gefüttert wird und irgendwann tatsächlich als fiese Trancehymne abhebt.

Doch schon danach gibt es eine kleine Überraschung. Die alten Synthiepop-Helden Blancmange und ihr Hit “Feel Me” bekommen eine moderne Überarbeitung, was dem 28 Jahre alten Stück hörbar gut tut. Nach dem einzigen unter fünfminütigen Stück “Crazy Bal´heads”, das mit seinem Reggae-Sound auch sonst eine Ausnahme bildet, geht es weiter mit den dicken Beats. “Comin‘ Around” hat Dougy Mandagi von The Temper Trap zu Gast und steigert sich ganz gemächlich in die Partysirene “Tweak Your Nipple” (autsch) hinein.

In der Mitte gibt es aber – wie schon auf früheren Alben – auch eine angenehm chillige Phase. “Flyin Hi” fließt entspannt dahin, auch wenn gegen Ende das Tempo leicht anzieht. Dann leitet ein sehr eleganter Übergang in das zauberhafte “Love Is My Condition” über, das fast so klingt, wie mancher sich das neue Album von Goldfrapp gewünscht hätte. Gast ist hier übrigens die ebenfalls ziemlich zauberhafte argentinische Schauspielerin und Sängerin Mia Maestro (u.a. “Alias”, eine der besten TV-Serien ever!).

Wo Familienmitglied und Dauergast Dido steckt, fragen Sie? Keine Sorge, den Floorfillern “Feelin God” und “North Star” leiht sie ihre markante Stimme, bevor “Sun To Me” zum Schluss nochmal richtig die guten alten Synthesizer kreisen lässt.

Faithless liefern mit “The Dance” ein wirklich gelungenes Album ab – wenn man denn die typischen Sounds verträgt – und eine feine Partyplatte sowieso.

(Addison)

P.S. Live auf diesen Festivals: Hurricane – Southside – SonneMondSterne.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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