School of Seven Bells – Disconnect From Desire
Verträumte Melodien, hypnotisierender Frauengesang, atmosphärische Elektronik, wunderbare Popmusik – zwei Schwestern und ein vielseitiger Musiker bezaubern uns auf ihrem zweiten Album nicht erst auf den zweiten Blick, sondern gleich beim ersten Hören.
Die Zwillinge Alejandra und Claudia Deheza (damals noch als On! Air! Library! aktiv) lernen Ben Curtis (damals Gitarrist und Sänger der Secret Machines) bei gemeinsamen Support-Gigs für Interpol kennen. Es funkt musikalisch allerbestens und so gründet man schließlich die Schule der sieben Glocken (benannt nach einer legendenumwobenen Gaunerschule in Südamerika). Das Debütalbum „Alpinisms“ heimst 2009 viel Lob ein.
Auf dem Nachfolger treiben sie ihre Spielart des butterweichen Dreampops noch eine Spur weiter. Die Songs sind noch einnehmender, der schwesterliche Sirenengesang noch entrückter – wenn Odysseus das damals hätte hören können, er hätte sich wohl freiwillig vom Mast losbinden lassen.
Musikalisch wird so einiges fein miteinander verwoben. Etwas Shoegaze a la My Bloody Valentine, die eine oder andere Gitarre (immer eher milde als rockig, Ausnahme: „Dial“) – und natürlich eine Menge geradezu schwebender Synthesizer. Hoffentlich wachen wir nicht plötzlich auf und sie fallen uns auf den Kopf!
Dazu kommen dann eben diese Stimmen, so sanft und himmlisch. Und zehn starke Songs, alle recht lang aufbauend, sich zumeist ganz souverän entwickelnd. Vom hymnischen Auftakt „Windstorm“, über das überraschend tanzbare Electropop-Doppel „Heart Is Strange“ und „Dust Devil“, hin zum indiepoppigen „Babelonia“, landet man schließlich beim herausragenden elektronischen Ethnopop (oder so) von „Camarilla“, der Bat For Lashes auch sehr gefallen dürfte. Und das ist noch nicht das Ende, bis zum letzten Ton hält die Klasse.
Ein anmutiges Werk voller verträumter (oder doch traumhafter?) Songs, das magisch in seinen Bann zieht.
(Addison)
www.myspace.com/schoolofsevenbells
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