Obscenity Trial – “Soulstrip”
Seit seinem Comeback im Jahr 2006 war Obscenity Trial Mastermind Oliver Wand ausgesprochen emsig und hat jährlich von sich hören lassen. Nachdem es im Sommer mit „Über’s Wasser Gehen“ bereits eine erste Vorabsingle gab, folgte dieser Tage nun das vierte Studioalbum “Soulstrip“. Gewohnt poppig aber dennoch nachdenklicher als bisher präsentiert sich Oliver mit seinem neuesten Streich.
Der Blick in die Seele ist musikalisches Programm. Während es auf den letzten Alben vornehmlich cluborientiert zur Sache ging, fallen die Songs auf dem neuen Silberling kantiger und teils deutlich schwermütiger als bisher aus. Bereits mit dem theatralisch geprägten Opener “Seven Seas” wird die Richtung des Albums eindrucksvoll reflektiert. Dunkle, balladeske Soundscapes weben das atmosphärische Grundgerüst, auf dem Oliver mit tiefer Stimme die Geschichte eines Rastlosen besingt.
Ähnlich schwermütig präsentieren sich auch Songs wie “At the End of the Day” und “What’s Driving You On“.
Poppiger wird es dagegen mit Ohrwürmern wie “Über’s Wasser Gehen“, das übrigens von Tino Oac von den Söhnen Mannheims mit produziert wurde, oder genialen “Wrong Place Wrong Time“, einem typischen Obscenity Trial Song.
Überhaupt wirkt das gesamte Album wie aus einem Guss und lässt sich vorzüglich konsumieren. Etwas zackiger wird es dagegen nur mit “Shadows” und “Inside“, die sich deutlich vom Rest des Albums abheben und genug Potential mit sich bringen, um auch in den Clubs gespielt zu werden.
Im Gesamtkontext wirkt lediglich die zweite Single “Glück auf” deplatziert und kann nicht überzeugen. Schade!
Trotz dieses kleinen Wermutstropfens kann “Soulstrip” voll überzeugen und übertrifft seinen Vorgänger “That Night” sogar um einige Längen! Obscenity Trial bieten hier ein ausgefeiltes Electropop-Album, das einfach Spass macht und für ein kurzweiliges Hörvergnügen sorgt.


Nichts ist so schlimm und hässlich wie die amerikanischen Vorstädte. Und nichts ist so erhaben und schön wie ein neues Album von Arcade Fire. Die Kanadier schaffen es, mit ihrem dritten Album ihr drittes Meisterwerk abzuliefern, ohne sich dabei musikalisch zu wiederholen.
Northern Lite ist mit “Letters & Signs – Part Two” ein äußerst abwechslungsreiches, prickelndes und verdammt cooles Album gelungen, das den ‘Neo.Pop’ alter Tage in neuem Glanz erscheinen lässt.
Einkaufen-in-Tuttlingen
24.12.2009 #[...] Obscenity Trial – “Soulstrip” | Electro-News · (depechemode.de) [...]