Cold Cave – Love Comes Close
Das Fest naht, da sollten wir den Spätgeschenkekäufern doch noch eine Empfehlung mitgeben. Hier kommt ein letztes Album des Monats, eines, das die eisige Kälte der letzten Tage perfekt in synthetische Klänge verpackt. Willkommen in der kalten Höhle von Cold Cave!
Wesley Eisold kommt eigentlich aus dem hier eher selten besprochenen Bereich der amerikanischen Hardcore-Bands, wo er bei Acts wie Some Girls, American Nightmare oder Give Up The Ghost mitwirkte. Jedoch entwickelte er bald eigene Songwriterbestrebungen, die in eine ganz eigene Richtung gingen. Das Soloprojekt Cold Cave entstand und ist mittlerweile durch Dominick Fernow, Caralee McElroy und Sarah Lipstate zu einer Viererbande angewachsen. Nun liegt das Debütalbum „Love Comes Close“ vor, das zunächst selbst vertrieben wurde, rasch ausverkauft war und somit größere Labels anlockte (der namhafte Indie Matador bekam den Zuschlag).
Und dieser nur reichlich halbstündige (Tipp für die iTunes-Kundschaft: Als Download gibt es das Album mit drei Bonustracks!) Trip ist geeignet, Räume zu kühlen, Sehnsüchte zu schüren und Herzen zu brechen. Sowohl Synthiepop-Fans (jedenfalls diejenigen mit offenen Ohren) als auch Düsterromantiker und Fans von New Wave können hier fündig werden. Wir nennen einfach mal ein paar der häufig benutzten, hier aber durchaus treffenden Namen: Human League, Cabaret Voltaire, Joy Division, New Order. Es gibt neun Songs, die alle einem ähnlichen Prinzip folgen: Schwermütige Synthesizermelodien gekreuzt mit leichten Störgeräuschen, Gesang (männlich und weiblich) genau zwischen schaurig schön und leicht schief, zwischen melancholisch und gewollt desinteressiert. Immer kurz vor dem Ohrwurm nimmt der Song die Kurve Richtung Dissonanz oder ist einfach zu Ende. Das alles ist perfekt in eine Albumform gegossen worden, so dass man kaum Höhepunkte herausnehmen mag. Vom kalt-monotonen Opener „Cebe And Me“ über das poppige Titelstück (das exakt zwischen Joy Division und New Order gepasst hätte), das dynamische „The Laurels Of Erotomania“, das grabeskühle „Heaven Was Full“, die knackigen Beats von „The Trees Grew Emotions And Died“ (Was für ein Songtitel!) bis zum lärmigen Schluss passt ein Bauhaus, äh, Baustein auf den anderen.
Eine Überraschung zum Jahresende, die klanglich (zum Teil) und atmosphärisch (voll und ganz) zwischen die beiden womöglich besten Alben des Jahres (Editors, The XX) passt und durch ihre Klasse trotz aller Düsternis das Herz erwärmt. Kaufen/Schenken! Die Electro-News wünschen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch, wir lesen uns in 2010!
(Addison)
http://www.myspace.com/coldcave
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Tags:cold cave, editors, joy division, new order, the xx
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