Frechheit! Nennen die sich Electro-News und machen schon wieder eine nur teilweise elektronische Platte zum Album des Monats! Ja, wenn das neue Werk der Dänen (bei uns scheinen gerade Dänenwochen zu herrschen) aber nun mal so gut ist, was bleibt uns da übrig?! Und, um die Verbindung zur Mutterseite zu wahren: An den Mixerknöpfen saß kein Geringerer als Gareth Jones!

Auf der kleinen Insel Als aufgewachsen, zog es Casper Clausen, Mads Brauer und Rasmus Stolberg irgendwann ins pulsierende Herz unser nördlichen Nachbarn, nach Kopenhagen. Dort stießen Thomas Husmer (Drums) und Rune Molgaard (Piano) dazu, man gründete Efterklang und begann Songs aufzunehmen. Das Debüt “Tripper” (2004) überraschte bereits mit reichhaltiger Instrumentierung, Chorgesängen und diversen Gästen und erzielte in ganz Europa Achtungserfolge. Für den Nachfolger “Parades” zog man dann gar 30 Gastmusiker hinzu und begab sich anschließend auf umfangreiche Tournee, der noch eine orchestrale Version des Albums folgte.

Auf “Magic Chair” hat man nun die Zahl der Gastmusiker immerhin halbiert – was immer noch eine reichhaltige Produktion ergibt – und sich verstärkt auf einprägsame Popsongs konzentriert. Die Stücke sind klarer strukturiert, schneller zugänglich, aber, keine Sorge, immer noch reichhaltig verziert. Als würden sich Arcade Fire über Coldplay hermachen. Und den finalen Schliff gab schließlich, wie bereits erwähnt, Gareth Jones.

Unter den zehn Songs findet sich kein einziger Schwachpunkt, es gibt höchstens ein paar Stücke, die noch heller glänzen als andere. Ob das der opulente Opener “Modern Drift” ist, der gleich Bläser, Streicher und Chöre um die wunderschöne Melodie schart. Oder “Harmonics”, das sachte beginnt und sich dann langsam zupfend, pfeifend und geigend steigert. Oder “Full Moon”, das einfach ein astreiner Ohrwurm ist (Und woran erinnert nur der Anfang des Refrains, verdammtnochmal?). Oder “Scandinavian Love” – und Liebe sollte man den Skandinaviern spätestens nach diesem Album entgegenbringen – mit seiner Percussion, den vielen bunten Stimmen und dem kleinen, feinen Synthesizereinsatz. Oderoderoder, hach, man könnte noch viel mehr aufzählen.

“Magic Chairs” ist eine runde, volle Platte, die starke Songs in großartige Arrangements verpackt, gefühlvoll und melancholisch ist, zugleich aber auch fröhlich, verspielt und aufbauend. Das Richtige um den Frühling einzuläuten. Efterklang werden für die Jahreslisten vorgemerkt.

(Addison)

P.S. Live: 06.05. Basel – 07.05. Freiburg – 08.05. Berlin – 11.05. Köln – 12.05. Hamburg – 29.05. Immergut Festival – 14.08. Haldern Pop Festival

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. testcase
    1
    4.3.2010 - 7:30 Uhr

    alles spielt grad draußen in der natur lol