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Was haben die Jungs von Dredg Prügel bezogen für dieses Album! Gerade in der (doch nicht?) so aufgeschlossenen Indie-Szene. Warum? Nun, ihr neues Album ist schon ein gewaltiger Stilbruch. Doch ist das wirklich so schlecht?

Die Band, die sich von „Leitmotif“ über „El Cielo“ bis hin zu „Catch Without Arms“ stetig weiterentwickelt, dabei bereits eine Wandlung von härteren, gitarrenbestimmten Klängen in Richtung schwelgerischer Popmusik gezeigt, aber doch eine Großtat nach der anderen abgeliefert hatte. Diese Band hatte auf „The Pariah, The Parrot, The Delusion“ zuletzt noch einmal alles zusammengefasst, was sie bislang ausgemacht hatte. Man ahnte, diese getriebenen Künstler werden nun etwas ganz Neues wagen.

Aber so hatte man sich das nicht gedacht. Die Gitarren watteumhüllt, das Schlagzeug (größtenteils) gegen einen stoischen Drumcomputer eingetauscht, Dan The Automator als Produzent und jede Menge Sounds aus dem Computer. Müsste, während es die Rocker von VISIONS & Co. (v)erschreckt, uns Elektrohorsten doch eigentlich entgegen kommen, oder? Ja und Nein.

Denn einige Stücke (wir nennen sie lieber nicht, obwohl: Vor „Where I’ll End Up“ sei ausdrücklich gewarnt, diesen Fehltritt bitte immer skippen!) geraten so schauderhaft seifig und künstlich, dass auch wir uns mit Grausen abwenden müssen. Bei einer Band, mit der man seit Jahren sympathisiert, schmerzt das schon.

Aber es ist nicht alles Schwarz und Weiß, und es ist auch nicht alles schlecht hier. Die Single „The Thought Of Losing You“ ist zwar radiofreundlich, aber auch ein schöner Ohrwurm. Das etwas rockigere „Upon Returning“ klingt erfreulich nach den „alten“ Dredg und auf „Down Without A Fight“ gelingt ihnen die Synthese mit der Elektronik ganz ausgezeichnet – warum nicht mehr davon?

Dredg haben mit diesem Album viel Mut bewiesen, sind mit ihren Stilexperimenten allerdings leider zum Teil gescheitert. Das große Talent ist aber immer noch vorhanden, und wir sind optimistisch, dass wir demnächst wieder mehr davon zu hören bekommen.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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