Eine weitere verdiente DJ-Mix-Reihe wartet mit einer neuen Folge auf. Und mit DJ Hell hat man bei Get Physical einen der ganz Großen verpflichtet, der nach seinem Doppel-CD-Geniestreich vom Vorjahr erneut einen weiten Bogen der Clubmusik spannt.

Wir erinnern uns: Auf „Teufelswerk“ brachte Hell Verweise auf diverse Abschnitte der Historie elektronischer Musik mit aktuellen Clubsounds zusammen und konnte dabei auch Größen wie Bryan Ferry oder Peter Kruder zur Mitwirkung bewegen.

Der schlaue Mann täuscht in diesem 23 Stücke umfassenden Mix nur anfangs ein klassisches DJ-Set an, wo nach einem feinen Intro, in dem er selbst einen Track von Christian Prommer remixt, der britische Clubklassiker „Dead Eye“ (Baby Ford + Eon) den Auftakt zum clublastigen Teil der Scheibe bildet, u.a. mit Josh One, Will Saul und Melody Boy 2000.

Doch dann wird in die Geschichte übergeleitet. Dass Hell Kraftwerk-Fan ist, war ja bereits früher zu erkennen, hier gräbt er die verrückte (und großartige) Streicherversion des Balanescu-Quartetts von „The Robots“ aus, um gleich darauf den Synthie-Träumer David Sylvian ans Klavier zu lassen und dann mit einem Interlude von keinen Geringeren als Depeche Mode („Esque“) zurück in die Moderne zu gelangen, wo der Insider-Tipp Die Vögel Seltsames herausbläst.

Es gibt danach wieder entdeckenswerte Dinge von noch nicht so bekannten Künstlern wie Stereotyp, DJ Linus oder Dollkraut und anderen. Doch zum Ende kehrt Hell noch einmal in die Geschichte zurück, mischt „A Fifth Of Beethoven“ von Walter Murphy in „Stardancer“ von Klaus Schulze, was fließend in Helles eigenes „Germania“ vom erwähnten „Teufelswerk“ übergeht und schließlich bei David Bowie und „This Is Not America“ ein würdevolles Finale findet.

Ein sehr empfehlenswerter Mix, interessant, lehrreich und natürlich auch einfach gut anhörbar.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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