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Über das wohl berühmteste Label aus Manchester brauchen wir hier keinem mehr etwas zu erzählen, oder? Factory Records, gegründet von der Legende Tony Wilson (und Alan Erasmus) und Heimat von noch größeren Legenden, allen voran natürlich Joy Division, später New Order und noch später den Happy Mondays. Jetzt gibt es eine feine neue Retrospektive mit einigen entdeckenswerten Schätzen.

Kompiliert von Bill Brewster (www.djhistory.com), versammelt dieser Doppel-CD-Sampler tanzbare Musik des Labels aus der Phase nach Joy Division und bevor die Rave- und Acid-Welle das Königreich erfasste (daher auch keine Happy Mondays hier). Es gibt Bekanntes, Raritäten, Neu- und Wiederentdeckungen, und ähnlich verhält es sich mit den Bands.

Klar, der mit Abstand bekannteste Vertreter hier sind New Order, von denen man den wundervollen achtminütigen Original 12“ Mix von „Confusion“ ausgewählt hat (Nachträgliche Ergänzung d. Red.: Wie wir soeben erfahren haben, ist der Beitrag von New Order auf der endgültigen Fassung des Albums leider nicht enthalten. Laut Labelauskunft hat es da wohl Lizenzierungsprobleme gegeben. Sehr schade!). Immer noch ein genialer Song. A Certain Ratio sollten auch einigen ein Begriff sein und werden hier mit zwei Stücken verewigt, die zeigen, dass der Factory-Sound neben Post-Punk auch stark vom (Disco-)Funk beeinflusst war, der aus New York herüberschwappte.

Section 25 kennt man vielleicht auch – der Megamix ihres ’84er Hits „Looking From A Hilltop“ ist jedenfalls beeindruckend und die Handschrift von Produzent und New-Order-Boss Bernard Sumner klar zu erkennen. Ihr zweiter Beitrag „Dirty Disco“ ist drei Jahre älter, damals arbeitete man mit Joy Divisions Sänger Ian Curtis zusammen – und siehe da, der Song klingt dementsprechend.

Weitere Künstler, die sich hier finden, sind Quando Quango, 52nd Street (Warum wurde deren „Cool As Ice“ eigentlich kein Megahit?), The Durutti Column, Shark Vegas, die coolen Streetlife, Abecedarians („Smiling Monarchs“ klingt wie Gary Numan meets OMD) und so einige weitere. Eine musikalische Zeitreise, die bildet und Spaß macht, was will man mehr?

(Addison)

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www.strut-records.com

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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