koenig_tanzt

Der kann nicht singen, der kann nicht tanzen. Doch was macht König Boris, zu einem Drittel Fettes Brot, auf seinem Solodebüt? Zu Tanzmusik singen natürlich! Dass das trotzdem funktioniert und vor allem Spaß macht, ist dann einigermaßen erstaunlich.

Da die Fetten Brote derzeit eine künstlerische Auszeit nehmen, dachte sich Björn Lauterbach aka König Boris aka Nochdiverseanderepseudonyme, jetzt wäre doch mal Zeit für einen Soloausflug. Solche Soloausflüge fallen ja oft recht unterschiedlich aus, mitunter ist das Material zu schwach, manchmal erkennt man keinen Unterschied zum übrigen Schaffen… hier kann man gleich einmal lobend erwähnen, dass sofort ein großer Unterschied zur Hauptband zu bemerken ist.

Der Auslöser mag da wohl die Brote-Single „Bettina, zieh‘ Dir bitte etwas an“ gewesen sein. Die hatte man damals von den befreundeten Modeselektoren im fetten Electrosound produzieren lassen. Und Electro ist hier durchweg an der Tagesordnung. Von klassischem Electropop über Elemente aus New Wave, NDW, Disco, Indie und Electropunk zieht sich die Tanzbarkeit komplett durch das Album.

Inhaltlich hat Boris sich gewohnt viel Mühe mit den Texten gegeben, da wird der Gesellschaft passend zum „Clockwork Orange“-Artwork, ohne viel Beschönigung (aber auch ohne Oberlehrerhaftigkeit) der Spiegel vorgehalten. Was man allerdings ertragen können muss, ist eben auch Des Königs Stimme. Beim sonst üblichen Sprechgesang passt das schon, hier kann das gepresste Organ schon mal auf die Nerven gehen. Doch wen das nicht stört, der hat hier Spaß.

Gleich zum Auftakt ist bei der Single „Alles dreht sich“ der Name Programm. „Nur für 1 Tag“ und der Titelsong bleiben dann entspannt auf Linie. Mit „Foto“ merkt man dann zunehmend den erfreulich großen 80er-Wave-Einschlag, auch dank der dezenten Cure-/New-Order-Verweise. Und immer wieder kommt ein hübscher Refrain um die Ecke („Katzengold“, „Niemals zu Stein“).

Ein Soloausflug, nicht ohne Schwächen (Stimme, oft ähnlicher Songaufbau), aber mit reichlich Überraschungs- und Unterhaltungspotential. Und viel zum Tanzen, nicht nur für Könige.

P.S. Der König tanzt… auf dem Vulkan, äh, also live:

20.10. Kiel – Pumpe
21.10. Berlin – Astra Kulturhaus
22.10. München – Theaterfabrik
23.10. Wien – Flex
25.10. Stuttgart – Wagenhallen
26.10. Frankfurt – Batschkapp
27.10. Winterthur – Salzhaus
28.10. Dortmund – FZW
30.10. Hannover – Capitol
31.10. Bremen – Aladin
01.11. Bielefeld – Ringlokschuppen
02.11. Köln – E-Werk
04.11. Dresden – Alter Schlachthof
06.11. Hamburg – Grosse Freiheit 36

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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